5 Heiltees bei Grippe, Erkältung und viralen Erkrankungen

Gepostet in Basiswissen


Neben einer gesunden Lebensweise (Ernährung, Bewegung, Sonne, Schlaf & Stressreduktion) unterstützen auch bestimmte einheimische Heilpflanzen unser Abwehrsystem und halten uns gesund.

Hier eine kleine Auswahl an Tees, die – gemäss Dr. Wolf-Dieter Storl, Kulturanthropologe und Ethnobotaniker – bei Grippe, Erkältung und viralen Erkrankungen besonders gut helfen können:

Holunder (Sambucus nigra) ist die erste Wahl. Die Blüten als Aufguss wirken schweisstreibend, harntreibend, entgiftend und Immunsystem anregend. Auch bei Heuschnupfen und Stirnhöhlenentzündung sowie als Begleittherapie bei Masern und anderen Infektionskrankheiten wirkt der Holunder ausgezeichnet. Der schwarz-purpurne Saft der Beeren ist ein hervorragendes antivirales Mittel, das nicht nur bei Grippe hilft, sondern auch bei Gürtelrose (Herpes zoster – ebenfalls einer viralen Infektion).

Engelwurz (Angelica archangelica) ist die zweite Wahl bezüglich antiviralen Kraftpflanzen. Sie ist speziell dann geeignet, wenn eine Grippewelle durch das Land zieht. Einer ihrer Namen ist Brustwurz, denn sie wirkt bei Bronchitis und schleimlösend bei Husten (also Reinigung der Brust). Auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) fand die Engelwurz (“Wiederherstellung der Ordnung”) bei Erkältungskrankheiten Anwendung. Die Indianer Nordamerikas kauen die Wurzel bei fiebrigen Erkältungen. Der Tee wird kalt angesetzt und kurz aufgekocht. Man kann ihm dann auch etwas frischen Thymian beifügen und ziehen lassen. Am besten trinkt man 2 – 3 Tassen pro Tag. Wer einen schwachen Magen hat, sollte etwas von der schleimhaltigen Eibischwurzel (Althaea officinalis) zugeben.

Schafgarbe (Achillea millefolia). Als Tee eignen sich die Blüten und das Kraut als ausgezeichnetes Mittel bei allen viralen Erkrankungen. Man kann den leicht schweisstreibenden, wärmenden, Toxine ausschwemmenden Schafgarbentee gut mit Holunderblütentee kombinieren.

Meisterwurz oder Strenze (Peucedanum ostruthium). Dieser Schirmblütler galt den Bergbauern als Allheilmittel. Deswegen nannte man ihn auch “Ginseng der Alpen”. Neben Verdauungsbeschwerden wird sie vor allem bei Bronchitis und Atemwegserkrankungen verwendet. Die geraspelte Wurzel kann auch im Kopfdampfbad zur Inhalation – ähnlich wie beim Kamillen- oder Thymiandampfbad – verwendet werden. Bei einem solchen Dampfbad kommt der heisse Kräutertee in eine Schüssel; der Kopf wird unter ein darüber liegendes grosses Handtuch gesteckt und der aromatische Dampf eingeatmet, bis der Tee kühler wird. Diese Prozedur sollte ungefähr alle drei Stunden wiederholt werden.

Kunigundenkraut, Wasserhanf oder Wasserdost (Eupatorium cannabinum) ist, ähnlich wie der Purpurne Sonnenhut (Echinaceae purpurea), einer der stärksten immunanregenden einheimischen Kräuter. Es eignet sich sehr gut gegen Grippe und fiebrigen Erkältungen. Am besten wird das bitterschmeckende Kraut als Kaltwasserauszug (10 Stunden zugedeckt ziehen lassen) verwendet. Zwei Tassen pro Tag genügen. Wie auch den Sonnenhut, sollte man den Wasserdost-Tee oder den Kaltwasserauszug nicht länger als über einen Zeitraum von zwei Wochen einnehmen, denn dann wird sozusagen der Bogen überspannt und die Wirkung kehrt in ihr Gegenteil um. Neuerdings wird die Anwendung in Frage gestellt, da Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden (PA) in der Pflanze gefunden wurden. Diese Alkaloide sind jedoch in so geringen Mengen vorhanden, dass sie bei einer therapeutischen Dosierung keine Rolle spielen sollten. Nach den gleichen Kriterien könnte man genauso Bier in Frage stellen. Wer dennoch Bedenken hat, kann auf den aus Nordamerika stammenden Durchwachsenen Wasserdost (Eupatorium perfoliatum) – oder auch Durchwachsenen Wasserhanf genannt – ausweichen. Im Englischen heisst dieser “Boneset”, da es in der Antike eingesetzt wurde, um Knochenbrüche zu behandeln (“bone” bedeutet so viel wie Knochen  und “set” so viel wie zusammensetzen, also ein Kraut, das die Knochen wieder zusammensetzt, nachdem man sie sich gebrochen hat). Es deutet aber auch auf seine schmerzlindernde Wirkung bei Knochenschmerzen bei Denguefieber (“break-bone-fewer” oder auf Deutsch: “Knochenbrecherfieber”) hin; übrigens auch ein RNS-Virus wie Corona.

Wenn Sie mehr über Heilpflanzen und deren Anwendungen wissen möchten, dann können wir Ihnen das Buch “Unsere grüne Kraft – das Heilwissen der Familie Storl” empfehlen.

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