Wie gefährlich ist Elektrosmog wirklich?

Gepostet in Basiswissen


Wo Elektrizität erzeugt, transportiert und genutzt wird, entstehen unvermeidlich elektrische und magnetische Felder. Je höher die Stromstärke und Spannung und je kleiner der Abstand zu den Strom führenden Anlagen, desto grösser sind diese Felder. Im Bereich der Stromversorgung treten die stärksten Belastungen in unmittelbarer Nähe von Transformatorenstationen und Hochspannungsleitungen auf. Je nach Intensität kann Elektrosmog die menschliche Gesundheit beeinträchtigen.

Wie alles begann

Ende des 18. Jahrhunderts hat Thomas Alva Edison (1847-1931) New York elektrifiziert. Das markierte den Beginn der umfassenden Elektrifizierung der industrialisierten Welt. Das bedeutete aber auch, dass wir nicht mehr nur natürlicher Strahlung (wie Sonne) ausgesetzt waren, an der wir angepasst waren, sondern neu auch gebündelte menschengemachte Strahlung (“dirty electricity“) in unsere Häuser reinbrachten. In vielen Berichten wurde damals die erhöhte Rate an Erkrankungen (v.a. Kinderleukämie) der städtischen Bevölkerung gegenüber den Amish (die keine Elektrizität wollten) festgehalten.

Aufschwung des Mobilfunks – Dirty electricity plus Mikrowellenstrahlung

Seit den späten Neunzigerjahren hat der Mobilfunk einen stürmischen Aufschwung erlebt. So kam zum hausgemachten Elektrosmog, also “dirty electricity” noch die “Mikrowellenstrahlung” dazu. Die ersten Modelle waren schwer und klobig und für’s Auto gedacht. 1975 startet in der Schweiz das “Nationale Autotelefonnetz” – kurz Natel. Das Gerät füllte einen Aktenkoffer und deshalb kam niemand auf die Idee, dass man die Sicherheitstests am Körper durchführen sollte. Auch hat man damals nicht damit gerechnet, dass Kleinkinder die Nachfolgemodelle als Spielzeug benutzen und sogar in den Mund nehmen würden. Daher gelten die allgemein gültigen Strahlenwerte, die als «sicher» bezeichnet werden, nur für Erwachsene. Kinder und Jugendliche haben eine viel dünnere Schädeldecke und einen geringeren Kopfumfang, weshalb die Strahlung von an Ohr gehaltenen Mobiles viel tiefer in das Gehirn eindringt. Deshalb warnen heutzutage die Hersteller selber ausdrücklich davor (auch wenn im Kleingedruckten), diese Geräte am Körper zu tragen. 

Gesundheitliche Auswirkungen

Einige Gesundheitsexperten sehen einen Zusammenhang zwischen Handy-Strahlung und gewissen Krebserkrankungen. Aber auch Frauen, die ihr Handy im BH tragen, sollen vermehrt Krebszellen an unüblichen Stellen in den Brüsten entwickeln. Auch soll es gemäss einer neuen Studie der Universität Haifa eine Korrelation geben zwischen dem ständigen Tragen von Smartphones in der Hosentasche durch Jungs und Männer und niedriger oder verminderter Spermienqualität (jedoch nicht die Potenz) geben. Aufhorchen lassen Berichte, wonach die menschengemachte gebündelte Strahlung die Fliesseigenschaft unseres Blutes beeinträchtigen soll (Stichworte: Hirnschlag und Herzinfarkt). Dieses soll verdicken und verklumpen, was das vegetative Nervensystem (Stresssystem) aktiviert. Auch soll die Strahlung ähnlich wie das blaue Licht z.B. vom Computer in unserem Gehirn wirken (selbst wenn wir schlafen) und die Melatoninproduktion, also eines der wichtigsten Antioxidantien, hemmen. Diese Faktoren würden unsere Schlafqualität massiv verringern indem sie ein Detox des Gehirns und die Erholung des Körpers verhindern.

Keine eindeutigen Beweise

Allerdings können diese Auswirkungen bis heute nicht bewiesen werden, denn Korrelation heisst nicht Kausalität. Und die Ursache für ein chronisches Leiden oder langfristige Beschwerden ist meistens auf verschiedene Faktoren zurückzuführen (genetische Ausstattung, Lifestyle inkl. psychischer Verfassung und Toxine), die sich über Zeit kumulieren und das Risiko exponentiell ansteigen lassen, an gewissen Leiden zu erkranken. Daher ist die Situation zu komplex, um es einem einzigen Faktor anzulasten. Kommt hinzu, dass jeder Mensch verschieden auf gewisse Einflüsse reagiert. Allerdings sollen Menschen mit Vorbelastungen wie Borreliose oder mit einer erhöhten Schwermetallbelastung z.B. in Form von Amalgam sensibler auf Strahlung reagieren. Auch braucht es im Falle von Elektrosmog wahrscheinlich 20 bis 25 Jahre, bis man eine statistisch signifikante Aussage bez. Schädlichkeit machen kann.

Wir werden von vielen Faktoren «bombardiert»

Unsere Lebensumstände haben sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Immer mehr unnatürliche Faktoren belasten unseren Organismus und können zu Krankheiten führen oder eine Genesung behindern. Darum ist es wichtig, dass wir diejenigen Elemente, welche wir selber in der Hand haben, auch versuchen zu kontrollieren bzw. minimieren.

Vorsorgen im Interesse der Gesundheit

Jede lebende Zelle ist ein eigenes sehr komplexes Miniuniversum und läuft stets basierend auf elektromagnetischer Steuerung. Wird diese Steuerung gestört, können sich Krankheiten entwickeln. Da die Wissenschaft seit vielen Jahren darüber streitet, ob und wie schädlich die Effekte der menschengemachten elektromagnetischer Strahlung auf unsere Zellen sind und die Belastung in Zukunft nur noch steigen wird, ist Vorsicht das beste Rezept. Auf der homepage der Bakom sehen Sie die Antennenstandorte in Ihrer nächsten Umgebung.

Tipps für einen sichereren Umgang mit Handys

  • Abstand ist Ihr Freund: Tragen Sie das Handy nicht am Körper oder dann mindestens auf Flugmodus setzen.
  • Kurze Gesprächsdauer: Je kürzer ein Anruf mit dem Handy, desto weniger Strahlung nimmt der Körper auf.
  • Verbindungsaufbau: Während des Verbindungsaufbaus sendet das Mobiltelefon am stärksten. Halten Sie das Gerät nach der Nummernwahl deshalb nicht direkt ans Ohr, sondern etwas vom Kopf weg, bis die Verbindung steht.
  • Je besser der Empfang, desto geringer ist die Belastung. In Aufzügen, Bussen und Zügen ist der Empfang meistens schlecht.
  • Freisprechanlage oder Kopfhörer benutzen (nicht kabellose Kopfhörer, denn diese strahlen ebenfalls). Es ist wichtig, dass die Kopfhörer vom gleichen Hersteller stammen wie Ihr Handy, sonst riskieren Sie, dass die Strahlung noch höher ist (also das Kabel des Kopfhörers sogar als Antenne fungiert).
  • Nicht im Auto telefonieren, weil der Empfang schlecht ist und zudem das Unfallrisiko erhöht, selbst wenn die Freisprechanlage benutzt wird. Im Interview von Dr. Mercola mit Dr. Compernolle wird erklärt, wieso unser Gehirn nicht in der Lage ist, «Multitasking» zu absolvieren.
  • Bluetooth rausnehmen im Handy, da man es im Alltag nicht braucht und – wie oben beschrieben – im Auto nicht telefoniert werden sollte.
  • Wenn Sie einen Film auf Ihrem Gerät anschauen oder ein Spiel spielen ist es besser, wenn sie diesen runterladen und im Flugmodus anschauen.

Auch in Wohnungen strahlen immer mehr Minisender

Sehr viele Immissionen sind «hausgemacht». Dazu zählen neben den unten aufgeführten Sachen auch die TV-Box sowie Niedervolt-Halogenleuchten sowie LED-Licht (LED wird auch in Bezug auf die Augengesundheit davon abgeraten). In Zukunft dürfte in vielen Ländern auch die Installation der umstrittenen “Smart Meter” eine Quelle erhöhter Elektrosmogbelastung werden.

Tipps für Innenräume

  • Schnurlose Telefone: Die stark gepulste Strahlung beim Funktelefonen sendet dauernd, auch wenn nicht telefoniert wird. Neuere DECT-Modelle (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) verfügen über eine Applikation um sie auf ECO Modus (Schnurlostelefone: DECT “zero” – Strahlungsfrei im Standbyttp (PDF)) umzuprogrammieren. Unbedingt reinmachen, denn die Strahlung ist sonst extrem hoch (bei mehreren miteinander verbundenen Telefonen, die getrennt voreinander aufgestellt sind, reicht es, die Basisstation einzustellen). Was aber trotzdem bleibt, ist die relativ starke Strahlung beim Telefonat. Deshalb wäre eine effektive und höchst praktikable Möglichkeit, zusätzlich ein schnurgebundenes Telefon dort zu verwenden, wo sie sich häufig aufhalten (z.B. auf dem Bürotisch).
  • WLAN: Immer ausmachen, wenn man es nicht braucht (v.a. nachts). Die beste Lösung wäre eine Kabelverbindung (LAN/Ethernet). Falls es keine Möglichkeit gibt, Kabelverbindungen zu nutzen, ist dLAN/Powerline auf jeden Fall vorzuziehen, da die Strahlung hier wesentlich geringer ist. Trotzdem sollte man auch dieses nach Gebrauch vom Netz trennen.
  • Abstand halten: Weil die Strahlenbelastung im Quadrat zur Distanz abnimmt, sollte man an bevorzugten Aufenthaltsorten wie Büro, Sofa, Kinder- und Schlafzimmern immer genügend Abstand zu elektrischen Geräten halten. Da Magnetfelder Wände fast ungehindert durchdringen, gelten diese Abstände auch für Geräte in benachbarten Räumen.
  • Ausschalten und ausstecken: Geräte im Standby-Betrieb beziehen dauernd etwas Strom und erzeugen deshalb auch ein Magnetfeld. Werden nicht benötigte Apparate ganz ausgeschaltet, so verschwindet das Magnetfeld. Wer bei längerem Nichtgebrauch zusätzlich den Netzstecker auszieht, eliminiert auch das elektrische Feld.

Ganz wichtig: Kein Elektrosmog im Schlafzimmer!

Der Mensch verbringt etwa einen Drittel seines Lebens im Bett. Auf Grund der langen Aufenthaltszeit und der Tatsache, dass sich unsere Zellen vorwiegend in der Nacht reparieren und erneuern, kommt der Situation im Schlafzimmer eine besondere Bedeutung zu. Sind elektrische Geräte hier ungünstig platziert, setzen wir uns entsprechend lange ihren Feldern aus:

  • Räumen Sie am besten alle elektronischen Geräte inkl. Fernseher, Lautsprecherboxen und schnurlose Telefone vollständig aus dem Schlafzimmer. Auch Verlängerungskabel/Mehrfachstecker sollten nicht am oder unter dem Bett sein.
  • Da Magnetfelder auch massiv gebaute Wände nahezu ungehindert durchdringen, ist bei der Standortwahl von elektrischen Geräten im Dauerbetrieb auch die Situation in den Nachbarzimmern (oder bei Nachbarn) zu berücksichtigen.
  • Netzbetriebene Radiowecker sollten nie in unmittelbarer Kopfnähe stehen. Halten Sie einen Minimalabstand von 1 Meter. Noch besser: benutzen Sie einen batteriebetriebenen Funkwecker (Funksender strahlt praktisch nicht).
  • Wenn Sie das Handy als Wecker nachts neben dem Bett brauchen, sollte es immer auf Flugmodus sein und nicht am Strom zum Aufladen.
  • Babyfone sollten mindestens 2 Meter vom Bett von Säuglingen und Kleinkindern entfernt platziert werden.
  • Schlafen Sie nicht auf eingeschalteten Heiz-/Magnetkissen oder Heiz-/Magnetdecken und verzichten Sie auf Wasserbetten.
  • Ihr Bett sollte keine Metallumrandungen haben (auch nicht am oder um den Rost) und auch auf Federkernmatratzen soll verzichtet werden.
  • Grosse Möbelstücke aus eisenhaltigem Metall wie z.B. Bücherregale, Heimtrainer, Bügelbrett, Metallstehlampen oder Alutrittleitern, Magnete, Kristalle, Spiegel und auch grosse Sachen aus Messing und Kupfer sollten nicht in der Nähe des Bettes sein bzw. am besten nicht im Schlafzimmer.
  • WLAN 3 Stunden vorher ausschalten (da es so lange braucht bis das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet wird).
  • Die in Ihren Schlafzimmerwänden eingebauten Licht-Kabel können mit der Zeit oxidieren (v.a. Aussenwände durch die Luftfeuchtigkeit) und starke elektrische Wechselfelder erzeugen. Dies kann nachts eine massive Belastung darstellen, da die Füsse nicht am Boden sind und man deshalb nicht “geerdet” ist. Wenn Sie oder andere Familienmitglieder nicht gut schlafen, unbedingt zu den bereits erwähnten Massnahmen den Strom der jeweiligen Schlafzimmer am Sicherungskasten vor dem Zubettgehen ausmachen und beobachten, ob sich die Schlafqualität bessert.
  • In modernen Hotelzimmern die Schlüsselkarte aus der Halterung nehmen um den Strom abzustellen (manchmal muss man den Fernseher noch separat ausstecken).

Falls Sie folgende unerklärliche Symptome haben wie:

  • Verspannungen im Rücken, Nacken oder Kiefer, Schwindel, Migräne, Ohrenprobleme (Ohrgeräusche/Ohrensausen/Tinnitus), trockene Nase/Augen, Hautausschläge, schwaches Immun- oder Nervensystem, tagsüber oft müde und abgespannt sind
  • Nachts: Schlafstörungen wie z.B. zwischen Mitternacht und 03.00 Uhr aufwachen, Herzrasen, Albträume, oft auf die Toilette müssen, stark schwitzen oder Ihnen die Hände einschlafen/kribbeln
  • Kinder: Hyperaktivität, extreme Müdigkeit, Konzentrations- und Lernschwierigkeiten, Albträume

könnte das ein Hinweis auf eine hohe Elektrosmogbelastung/elektrische Wechselfeder in Ihrem Schlafzimmer sein. Aber auch allfällige Antennen in Ihrer Nähe, Wasseradern unter Ihrem Bett (auch wenn Sie im 2. Stock wohnen oder höher!), ein zu tiefes Erdmagnetfeld, Chemikalien wie Flammschutzmittel in Ihrer Matratze sind nicht selten Auslöser verschiedener nächtlicher Probleme bzw. verantwortlich für eine verminderte Konzentration und erhöhte Müdigkeit am Tag. Übrigens, auch Haustiere reagieren auf Störzonen. Während Hunde diese Plätze meiden suchen Katzen diese oft aus für ihre Schlafstelle.

Wir haben selber das Institut Geopathologie Schweiz AG* getestet und können dieses sehr empfehlen. Sie sind auf Untersuchungen in den Bereichen Elektrosmog, Erdmagnetfeld und Erdstrahlen wie Wasseradern, Erdverwerfungen oder Doppelzonen spezialisiert und haben eine langjährige Erfahrung. Ausgewiesene Fachkräfte stehen Ihnen für Messungen an Ihrem Objekt (Dauer 2 1/2 bis 3 Stunden zu einem Pauschalpreis plus Wegspesen; siehe Link oben) zur Verfügung. Anschliessend findet eine Besprechung des Messprotokolls statt sowie einen Massnahmenkatalog. Gewisse Probleme können sofort und kostenfrei gelöst werden z.B. indem Sie das Bett auf störfreie Zonen verschieben.

Übrigens, ein weiterer wichtiger Faktor, welcher Ihr Raumklima belasten könnte, ist eine allfällige Schimmelbelastung. Lesen Sie unseren Artikel dazu.

 

Lesen und hören Sie mehr unter:

> GreenMedInfo: Groundbreaking Study Shows Shielding EMF Improves Autoimmune Disease → Studie

> Dr. Mercola: The Harmful Effects of Electromagnetic Fields Explained

> Geopathic Stress Documentary

> Scientific American: Reignites Cancer Questions Exposure to radio-frequency radiation linked to tumor formation in rats (May 27, 2016)

> Dr. Jay Davidson Youtube Video: Children are at Extreme Risk From EMF’s

> Youtube Video von Dr. Dietrich Klinghardt über EMF

> Electromagnetic Health.org.: Interessante Interviews

> Bundesamt für Gesundheit (BAG): EMF Faktenblätter

> Bundesamt für Umwelt (BAFU): Thema Elektrosmog

 

Foto: Pixabay

 

*Disclaimer: Wir haben kein finanzielles Interesse an der Empfehlung. Auch sind wir nicht für Werbung in bar oder Naturalien bezahlt worden. Unsere Meinung ist absolut neutral und unabhängig.

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