Stresshormone: Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol

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Stress soll unseren Körper auf Kampf oder Flucht vorbereiten. Diese Alarmbereitschaft, welche wichtige Körperfunktionen aktiviert, war in archaischen Zeiten, wo die Menschen noch Jäger und Sammler waren und ums nackte Überleben kämpfen mussten, der Zweck. Ab und zu etwas Stress ist gesund für Körper und Geist. Wenn die Belastung nicht nachlässt, drohen jedoch ernsthafte gesundheitliche Schäden.

Adrenalin und Noradrenalin

In einer akuten Stresssituation wird das Hormon Adrenalin von der Nebenniere ausgeschüttet und die Energieversorgung des Körpers für eine bestimmte Zeit erhöht. Adrenalin weitet die Atemwege, dadurch kann mehr Sauerstoff aufgenommen werden. Die Atmung beschleunigt sich, der Herzschlag wird schneller und der Blutdruck steigt, so dass mehr Blut durch den Körper gepumpt werden kann. So werden Organe wie das Herz, Gehirn, Lungen und die Muskulatur angeregt, kraftvoller zu arbeiten, während andere energieverbrauchende Organtätigkeiten, wie die des Verdauungstraktes, der Haut und Extremitäten (führt z.B. zu kalten Händen) eine Weile zurückgehalten werden. Das ebenfalls aus der Nebenniere direkt ausgeschüttete Noradrenalin (Neurotransmitter und Hormon; wird mithilfe eines Enzyms aus einem anderen Neurotransmitter, dem Dopamin, hergestellt) sorgt für den inneren Antrieb und einen klaren Kopf. Es unterstützt die Entstehung von Angst bei Stress und sorgt durch die Verknüpfung von Situation mit Emotionen für eine erhöhte Aufmerksamkeit und Denkfähigkeit.

Cortisol

Die Adrenalin-Noradrenalin-Reaktion hat insgesamt eine kurzzeitige Wirkung. Bei anhaltendem Stress steigt die Cortisolproduktion stark an. Cortisol ist das wichtigste Anti-Stress-Hormon. Es sorgt für eine sinnvolle Anpassung an aktuelle Umweltbedingungen und stellt genügend Glukose – also Zucker – bereit, denn Stress braucht viel Energie. Diese Energie wird als Kurzzeitspeicher im Inneren des Bauches angesammelt und war in früheren Zeiten sehr nützlich, da die Steinzeitjäger oft tagelang ohne Nahrung auf der Jagd waren. Dieses “Aufputschmittel” der Nebenniere hat eher eine Langzeitwirkung. Der Cortisolspiegel ist zwischen 6 und 8 Uhr morgens am höchsten und sinkt tagsüber kontinuierlich ab, bis er zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens die niedrigsten Werte erreicht.

Stressfaktoren und Interpretation

Als Stressfaktoren werden alle inneren und äusseren Reize bezeichnet, die im Körper Ungleichgewichte verursachen und dadurch das betroffene Individuum zu einer Anpassungsreaktion veranlassen. Dabei interpretiert der Organismus die auf ihn einwirkenden Reize und ihre Auswirkungen für die jeweilige Situation und bewertet sie entweder positiv oder negativ.

Während positiver Stress die maximale Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit fördert und dabei Glücksmomente erlebt, werden die negativen Reize als unangenehm empfunden: Bedrohung, Überforderung, Existenzängste.

Damit wir überhaupt wissen, wo man ansetzen muss, müssen wir zuerst einmal die Definition “negativer Stress” – auch “Distress” – genauer umschreiben. Wir empfinden Stress als belastend, wenn es eine negative Differenz gibt zwischen dem was wir wollen/erwarten/brauchen und dem was wir effektiv bekommen. Es geht also in erster Linie um einen “Mangel”. Dies führt zu Anspannung durch die Aktivierung des Sympathikus-Nervs, welcher die Leistungs- und Handlungsbereitschaft des Körpers nach dem archaischen Muster “Kämpfen oder Fliehen” erhöht.

Dabei geht es um psychische Faktoren (Mangel an Zeit, Geld, Freiheit, Aufmerksamkeit, Anerkennung, Liebe, Geborgenheit, Lebensinhalt/-sinn, Erholung etc. sowie unterdrückte Emotionen wie Traumas, Zorn, Groll, Angst) wie auch physische/biochemische Prozesse (Nahrungsmittelintoleranzen oder -allergien, unsauberes Wasser, Schlaf- und Bewegungsmangel, wenig frische Luft, Vitamin D- und allg. Nährstoffmangel (z.B. eine gesunde Ernährung “nährt” uns im wortwörtlichen Sinn), Toxine aller Art und Elektrosmog).

Dauerstress macht krank, dick und kann weh tun

Wenn der Sympathikus zu lange aktiviert wird, entsteht längerfristig ein Cortisolüberschuss und Entzündungen (werden für einen grossen Teil aller chronischen Erkrankungen und Schmerzen verantwortlich gemacht) können entstehen. Die typischen Folgen sind neben offensichtlichen Magen-Darm-Problemen:

• Vermehrtes inneres Bauchfett Die ständige Produktion von Cortisol lässt das gefährliche innere Bauchfett anwachsen, auch wenn Sie nicht mehr futtern als sonst. Dieses Bauchwachstum beobachtet man auch, wenn Cortisol in Form des Medikamentes Cortison aus medizinischen Gründen verabreicht wird. Das Viszeralfett ist ein aktives Organ und produziert – im Gegensatz zum Fett an anderen Körperstellen – Stoffe (Entzündungen), die dem Körper nur Nachteile bringen: Es fördert die Entstehung der typischen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ II, Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Krebs und Alzheimer. Das gefährliche Gewebe lagert sich zuerst zwischen den inneren Organen ab, bevor die zusätzlichen Pfunde äusserlich sichtbar werden. Deshalb bringt es auch nichts, Bauchfett absaugen zu lassen.

• Begünstigt Übergewicht Cortisol steigert den Appetit, weil die Produktion des Glückshormons Serotonin – unser natürlicher Appetitzügler – unterdrückt wird. Kurzfristig mag die Stressschokolade den Abbau von Zucker in der Leber und damit die Ausschüttung weiterer Stresshormone verhindern. Der hohe Blutzucker sinkt aber schnell wieder, weil Insulin ausgeschüttet wird, um die überschüssige Energie als Fett einzulagern. Sie brauchen noch mehr Süsses.

• Bluthochdruck Die Wirkung von Cortisol auf das Blutdruckregulationssystem der Niere versetzt das Herz in ständige Erregung.

• Abwehrschwäche Cortisol wirkt stark entzündungshemmend (Stichwort: Cortison). Es sorgt dafür, dass sich Entzündungen nicht zu sehr ausbreiten und aus einer kleinen Entzündung keine grosse Katastrophe wird. Es reduziert z.B. die Menge weisser Blutkörperchen (Abwehrzellen des Immunsystems). Deshalb haben Menschen mit hohem Cortisolspiegel eine schwächere Immunabwehr.

• Osteoporose Chronischer Stress blockiert ferner die Verdauung, was einerseits zu einer schlechten Nahrungsverwertung und damit langfristig zu einem Vitalstoffmangel führt. Der Organismus plündert in der Folge vermehrt lebenswichtige körpereigene Substanz in den Knochen, Zähnen und in der Muskulatur, um dem erhöhten stressbedingten Energiebedarf nachzukommen. Auch das Eiweiss wird abgebaut (siehe nächster Punkt), und somit fehlt ein ganz wichtiger Faktor für den Knochenaufbau.

• Eiweissabbauend Überdies wirkt Cortisol eiweissabbauend, denn es wandelt Eiweissbausteine im Gehirn in Zucker um und verbraucht sie. Das ist der Notstoffwechsel der Natur, damit das Gehirn immer mit ausreichend Energie versorgt wird. Dies sollte aber nur in Ausnahmesituationen und für kurze Zeit stattfinden, denn genau diese Eiweissbausteine fehlen dann, um aus ihnen die so wichtigen Stimmungs- und Antriebshormone herzustellen und den Stresspegel wieder auf ein angemessenes Mass abzusenken. Der Organismus lebt nun nicht mehr von den Zinsen, sondern vom Kapital. Ein Teufelskreis beginnt.

• Schlafstörungen/Burnout Fehlen die natürlichen Tagesschwankungen im Cortisolspiegel, kann der Körper nachts nicht mehr abschalten. Man fühlt sich tagsüber müde und schlapp. Es fehlt an Energie und Dynamik, ausserdem hemmen Stresshormone die Produktion des Glückshormons Serotonin und Antriebshormons Dopamin (wichtige Neurotransmitter) und somit auch von Melatonin (dieses Hormon ist der Gegenspieler von Cortisol und sorgt für guten Schlaf), aber auch des Testosterons. Dies ist nicht nur bei einem konstant zu hohen Cortisolspiegel der Fall, sondern kann auch passieren, wenn es zu einer Nebennierenermüdung kommt und dieser auf einem zu tiefen Niveau verharrt. Das ist vielfach ein Zeichen, dass man ausgebrannt ist. Um am morgen aufstehen zu können, muss im letzteren Fall das Adrenalin einspringen, was dazu führt, dass man zu früh erwacht und nicht mehr einschlafen kann. Werden diese Symptome nicht an der Wurzel gepackt, endet man schlussendlich bei einem Burnout.

• Herzinfarkt Anhaltender chronischer psychischer Stress, sei dieser privat, beruflich oder – am schlimmsten – beides zusammen, schädigt das zentrale Nervensystem und setzt dem Herzen zu. Unter gewissen emotionalen Bedingungen schüttet der Körper unverhältnismässig viel Adrenalin aus, der Stoffwechsel gerät ausser Kontrolle und kann einen Herzinfarkt auslösen (“Broken Heart Syndrom“).

• Chronische Schmerzen Auch psychosomatische Störungen oder wie man es heute nennt – TMS, Mind-Body Syndrom – können v.a. chronische oder wiederholt auftretende Rücken-, Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen durch das Muskelverspannungs-Syndrom auslösen. Dabei sollen gemäss Dr. John Sarno (amerikanischer Professor für klinische Rehabilitationsmedizin) Stress, Ängste, heimlicher Groll und unterdrückte Emotionen wie Ärger und Wut eine grosse Rolle spielen.

Ganzheitliche Massnahmen gegen Stress

Wer für Stress anfällig ist, sollte darauf achten, solche Massnahmen zu ergreifen, die einerseits auf eine Vermeidung von Dauerstress zielen und anderseits direkt die Nerven nähren und schützen, um wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu gelangen.

Wir stellen Ihnen nachfolgend ein paar wirksame ganzheitliche Massnahmen vor:

• Stress managen Langfristig sollte man sein Leben so einrichten, dass belastender Stress die Ausnahme ist. Analysieren Sie Ihre Strukturen, halten Sie sich immer wieder Ihr Ziel vor Augen und ändern Sie nach und nach die inneren und äusseren Faktoren, die Ihnen Kraft und Energie rauben und sie blockieren. Allerdings kann man heutzutage den Druck in den meisten Fällen nicht ganz vermeiden.

• Achtsamkeitsübungen Aus diesem Grund ist ein Ausgleich wie Meditation, Yoga und EFT umso wichtiger. Eine sehr effektive Übung, welche einen wichtigen Teilaspekt der oben genannten Praktiken beinhaltet und überall und isoliert, ohne grossen Zeitaufwand und spezielle Kenntnisse durchgeführt werden kann, sind tägliche! Atemübungen. Für Menschen mit Einschlafproblemen sollte diese Übung jeden Abend auf der Bettkante gemacht werden: Hand auf den Bauch, ohne Anstrengung durch die Nase in den Bauch einatmen, dabei sollte sich die Bauchdecke nach vorne wölben. Wieder ganz normal durch den offenen Mund ausatmen (es ist nicht nötig, den Atem anzuhalten), dabei ist es sehr wichtig, dass die Zunge oben am Gaumen bleibt (Zungenspitze sollte sanft hinter den oberen Schneidezähnen platziert werden). Das Ganze 2 Minuten durchziehen. Eine andere Übung sollte morgens und abends im Bett gemacht werden: Die Zunge wieder an den Gaumen und die Hände auf den Bauch, damit man bewusst in den Bauch atmet. Beim Einatmen durch die Nase auf 4 Zählen, den Atem anhalten und auf 7 zählen, durch den Mund ausatmen auf 8. Den ersten Monat je 4 Male am Morgen und am Abend. Nachher 8 Male und tagsüber bei Bedarf.

• Dankbarkeit und Entsorgung negativer Gedanken Forscher sollen herausgefunden haben, dass regelmässige Dankbarkeitsübungen chronischen Stress mindern soll. Nach den abendlichen Atemübungen könnten Sie es sich zum Ritual machen, an 3 schöne Ereignisse des vergangenen Tages zu denken wofür Sie dankbar sind (gute Gesundheit, gutes Gespräch mit einem Bekannten etc.). Andere finden es auch sehr sinnvoll, ihre negativen Gedanken zu “entsorgen”, indem sie sie wahrnehmen und beschliessen, dass sie ihnen nicht dienen. Sehr effektiv soll das Aufschreiben sein. Auf keinen Fall sollten Sie diese auf Dauer unterdrücken (siehe nächsten Punkt), sondern versuchen loszulassen. Achten Sie auch tagsüber auf die Atmung: bei Anspannung atmen wir in den Brustkorb ein, halten den Atem manchmal sogar an oder atmen durch den Mund ein. Das erzeugt zusätzlichen Stress. Machen Sie es sich zur Gewohnheit durch die Nase ein- und auszuatmen, so dass sich der Bauch wölbt. Vielleicht können Sie das vor jede Mahlzeit einbauen (hilft auch der Verdauung, selbst wenn es nicht Paleo ist ?).

• Unterdrückte Emotionen frei machen Dr. John Sarno entdeckte während seiner mehrere Jahrzehnte dauernden Arbeit mit Patienten, die an chronischen Schmerzen litten, dass es sich um gute und gewissenhafte Menschen handelte, die zu Perfektionismus neigten. Sie alle hatten schon gesundheitliche Vorgeschichten wie Asthma, Allergien, Darm- oder Magenprobleme und waren zwischen 30 und 60 Jahre alt, also in dem Alter, wo man am meisten unter Stress steht. Auch hatte er sehr wenig, temporäre oder keinen Erfolg mit den konventionellen Methoden wie Physiotherapie, Operationen etc. Zudem fand er heraus, dass praktisch alle Menschen ab einem sehr jungen Alter gemäss einem MRI Degenerationen in der Wirbelsäule aufwiesen, was er “normale Abnormalitäten” nannte. So fing er an, seine Patienten nach ihrem Leben zu fragen. Dabei stellte er fest, dass es sich bei ca. 90% der Fälle im Wesentlichen um psychische Ursachen und deren Verdrängung handelte. In den meisten Fällen war das familiäre Umfeld das Problem. Er schloss daraus, dass chronische oder wiederholt auftretende Schmerzen im ganzen Körper oft Folge eines Muskelverspannungs-Syndroms (TMS – Tension Myositis Syndrome) seien. Die Auslöser dieses Syndroms seien Stress, Ängste, heimlicher Groll und unterdrückte Emotionen wie Ärger und Wut. Der Schmerz entstehe, wenn sich das “Unbewusste” stellvertretend für verdrängte Emotionen Aufmerksamkeit auf der physischen Ebene verschaffe. Als er begann seine Therapie zu ändern, beobachtete er erstaunliche und dauerhafte Heilungsprozesse. Wir haben verschiedene Youtube-Videos weiter unten aufgelistet, die richtige “eye-opener” für uns waren.

• Lassen Sie das Multitasking sein Multitasking ist neurologisch nicht möglich für unser Hirn, da die verschiedene Teile unseres Hirns verschiedene Charakteristiken aufweisen. Das führt zu Überforderung. Unter diesem Link können Sie den ganzen Artikel von Dr. Compernolle (renommierter Arzt und Neuropsychiater) nachlesen und das Interview mit Dr. Mercola anhören. Sehr empfehlenswert!

• Positive Aktivitäten aufbauen/Lebensinhalt Fragen Sie sich, welche Bedürfnisse zu kurz kommen, finden Sie die Ursachen und ändern Sie, was sich ändern lässt. Denn: positive Erlebnisse – und seien sie auch so klein – haben einen grossen Einfluss auf unser Gehirn (vielleicht ein kleines tägliches Ritual?). Dieses wertet nicht, sondern passt sich genau an das an, was wir häufig tun. Das beeinflusst auch unsere Denkrichtung (Placebo bzw. Nocebo-Effekt) oder wie einst der römische Kaiser Marc Aurel sagte: “Auf Dauer nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an”. Ebenfalls ist es sehr wichtig sich einen Lebensinhalt/Lebenssinn zu schaffen (dieser soll einer der zentralen Faktoren für die Langlebigkeit der Menschen in den “Blue Zones” sein). Dabei geht es in erster Linie um das Zusammenspiel von zwei Neurotransmittern Dopamin und Serotonin. Ein paar interessante Tipps von über 100-Jährigen unter diesem Link. Dr. Lustig sagt darüber: “So, what’s the difference between pleasure and happiness? Pleasure is visceral; happiness is ethereal. Pleasure is short-term; happiness is long-term. Pleasure is usually achieved alone; happiness is usually achieved in social groupings. Pleasure is taking; happiness is giving. Pleasure can be achieved with substances; happiness cannot be achieved with substances.

Bewegung Wer sich regelmässig bewegt, baut Stresshormone ab. Versuchen Sie, so oft wie möglich zu Fuss zu gehen oder Treppen zu steigen. Massvolle Bewegung an der frischen Luft (Vitamin D), Joggen, Radfahren oder zügiges Spazieren, Wandern, im Fitnesscenter gezielt die Muskulatur der unteren Extremitäten trainieren (vom Bauchnabel abwärts ist die grösste Muskelmasse und diese ist für die Herzgesundheit wichtig, z.B. mit Squats, Deadlifts* und Lunges), oder was immer Ihnen Spass macht (auf keinen Fall soll es zusätzlichen Stress generieren!), führt zur Ausschüttung von Glückshormonen.

• Schlaf Gehen Sie möglichst vor Mitternacht zu Bett in ein dunkles Zimmer. Nur bei vollkommener Dunkelheit produziert der Körper Melatonin, welches den Tag-Nacht-Rhythmus reguliert. Der Cortisol-Spiegel sinkt normalerweise zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens auf seinen Tiefpunkt. In dieser Zeit kann sich der Körper erholen und die Vitamine (z.B. Vitamin D) können ihre Wirkung sehr gut entfalten. Es ist schon länger bekannt, dass Menschen, die in Wechselschicht arbeiten viel höhere Konzentration des Stresshormons Cortisol aufweisen und als Folge davon einen höheren Blutdruck und mehr Bauchumfang haben als Mitarbeiter im normalen Tagesdienst. Genau so wichtig ist es, alle elektronischen Geräte (Computer, Handy, TV etc.) mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen auszuschalten, da die Hintergrundbeleuchtung (blaue Strahlen) wie Tageslicht auf unser Gehirn wirkt und so die Produktion von Melatonin reduziert. Und das nicht nur bei Kindern! Wenn Sie nachts aufwachen, so sollten Sie sich nicht darüber ärgern. Der Schlaf war bis zur Erfindung des künstlichen Lichts meistens in zwei Teile unterteilt. Allerdings sollten Sie auf keinen Fall das Licht anmachen, da die Produktion von Melatonin unterbrochen wird. Weitere hilfreiche Informationen finden Sie dazu unter diesem Link.

• Elektrosmog Falls Sie einer hohen Elektrosmogbelastung ausgesetzt sind oder sensitiv darauf reagieren, ist Ihr Körper/Ihr vegetatives Nervensystem einem enormem Stress ausgesetzt. Das sollte auf keinen Fall unterschätzt werden, v.a. wenn man deswegen nachts nicht gut schläft bzw. tagsüber müde und erschöpft ist. Lesen Sie in unserem Artikel: Wie gefährlich ist Elektrosmog wirklich? die Ausführungen bez. “Kein Elektrosmog im Schlafzimmer!” und probieren Sie die Tipps aus. Sie werden schnell merken, ob das einen Unterschied macht.

• Ungesunde Ernährung reduzieren Minimieren Sie die „schnell verdaulichen“ Kohlenhydrate (wie Getreide, Zucker, verarbeitete Produkte) und meiden Sie alle gezuckerten und Light-Drinks. Diese treiben Ihren Insulinspiegel in die Höhe, was für einen wohligen Schlaf nicht förderlich ist. Das gleiche gilt für Kaffee im Übermass und natürlich auch Alkohol.

Nerven-Nahrung erhöhen Erhöhen Sie den Anteil an natürlichen, unverarbeiteten Lebensmitteln und guten Fetten (v.a. Omega-3). Nehmen Sie unbedingt genügend und regelmässig Eiweiss zu sich, denn die essentiellen, gehirnaktiven Aminosäuren wie Tryptophan sind unentbehrlich für die Produktion des Stimmungshormons Serotonin. Acht Aminosäuren müssen zwingend laufend von aussen zugeführt werden, weil der Körper diese nicht selber herstellen kann. Die besten Quellen sind tierischen Ursprungs wie Fisch und Fleisch**. Zwar enthalten auch Pflanzen Eiweisse oder deren Bausteine, doch kein vegetarisches Lebensmittel liefert diese wichtigen Substanzen in so hoher Qualität wie Fleisch. Denn Tiere sind näher mit uns verwandt als Pflanzen, die Zusammensetzung ihrer Eiweisse und Aminosäuren ähnelt der unseren stärker.

• Magnesium Magnesium ist ein ganz besonders wichtiger Mineralstoff für die Nerven- und Gehirngesundheit dank seiner stark entzündungshemmenden, krampflösenden und stressmindernden Wirkung. Zusammen mit Kalium (wie es z.B. in Avocados vorkommt) soll es zentral sein für die Herzgesundheit. Achten Sie bei Stress also auf eine optimale Versorgung mit Magnesium! Ein neues uns sehr potentes Konzept um das Blut zu verdünnen und somit das Risiko eines Herzinfarktes zu reduzieren ist “Grounding“. (Interview mit Dr. Stephen Sinatra ist sehr empfehlenswert, v.a. ab der 29. Minute super spannend!).

• Vitamin D Vitamin D3 ist streng genommen kein Vitamin, sondern ein Hormon, das zahlreiche Prozesse im Körper steuert. Entsprechend vielfältig sind die positiven Einflüsse auf verschiedene Krankheiten und neurologische Problematiken wie Depression (z.B. Winterblues).

• Andere Mikronährstoffe Hinter einem gestörten Hormonstoffwechsel steht häufig ein Mangel an B-Vitaminen, aber auch Zink und Eisen. Eine gestörte Darmflora wirkt sich ebenfalls negativ auf den Stress aus, da diese das Gehirn und das Immunsystem direkt beeinflusst.

• Labortest Wichtige gesundheitliche Parameter, die man kennen und regelmässig testen sollte sind: Blutdruck, Fettsäurestatus, Nüchtern-Blutzucker und -Insulin, Waist-to-hip-Ratio (Taille-Hüft-Verhältnis), welche zusammen das “tödliche Quartett” oder Metabolische Syndrom ausmachen und Ferritin. Für weitere Informationen siehe Dr. Mercola unter “Blood Tests I Advise Performing Annually“.

 

Dr. John Sarno: interviewed by Donna Hamilton Part 1/2, Part 2/2, Dr John E Sarno 20 20 Segment, John E. Sarno Back Pain Hearing (Feb 2012)The Divided Mind – The Epidemic of Mindbody Disorders (1 of 5), (2 of 5), (3 of 5), (4 of 5), (5 of 5), Dr. Sarno Lecture: Healing Back Pain, Back Pain Permanent Healing: Understanding the Myths, Lies, and Confusion About Pain | Steve Ozanich and Joe Polish

> Gute Bücher über chronische Schmerzen von Dr. John E. Sarno: “The Mindbody Prescription: Healing the Body, Healing the Pain”, “Healing Back Pain: The Mind-Body Connection, Reissue Edition” (erhältlich ab 2018) und von Steve Ozanich: “Back Pain Permanent Healing: Unterstanding the Myths, Lies & Confusion” (nicht nur gegen Rückenschmerzen!)

Dr. Mercola: Study Identifies Top Six Factors Predicting Heart Attack Risk, A New Way of Looking at Heart Disease and Novel Treatment Options, Breathe, Exhale and Repeat: What Are the Benefits of Controlled Breathing?, Is Most Back Pain Caused by Repressed Emotions?

Dr. Michael Spitzbart: Begeisterung statt Burn-Out. Es gibt auch ein interessantes Buch von ihm: “Erschöpfung und Depression: Wenn die Hormone verrücktspielen” → Burnout-gefährdet? Ihr Blut verrät’s!

The Lancet: Relation between resting amygdalar activity and cardiovascular events: a longitudinal and cohort study (11.1.2017)

 

* Dr. Jay Davidson: Why a Strong Butt is Important – Dr. Tyna Moore / Dr. Mike Mutzel: Tyna Moore, ND, DC – Balancing Female Hormones with Weight Training

** vergessen Sie rotes Fleisch nicht (als Faustregel gilt: 3 bis 4 Male pro Woche eine Portion so gross wie die Handfläche)! Es liefert uns das wertvolle Zink, viel Eisen, hochstehende Omega-3-Fettsäuren und unverzichtbare B-Vitamine. Heutzutage leiden immer mehr Menschen und vor allem auch Kinder an Eisenmangel, was zu Müdigkeit, aber auch zu Depression führen kann. Leider herrscht immer noch verbreitet die Meinung – wie auch schon beim Fett (Herzkrankheiten) und bei den Eiern (Cholesterin) – dass rotes Fleisch für das Herz ungesund ist und sogar Krebs fördern kann. Die Studien, welche diese Resultate bestätigen, sind mit Vorbehalt zu geniessen:

> Dr. Mercola: Processed Meats Declared Carcinogenic

> Fleisch, Krebs und die WHO: Ist Wurst das neue Rauchen?

 

 

 

4 Kommentare

  1. vielen dank für die bereitgestellten informationen und die erläuterungen der jeweiligen zusammenhänge! ich bin mir sicher, dass es vielen hilft, diese dinge zu kennen und zu verstehen und entsprechend handeln zu können.
    (:

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    • Herzlichen Dank für die wertvollen Ausführungen. Ihr Artikel hat mir allerdings Angst eingejagt, denn ich war mir nicht wirklich bewusst wie verheerend sich Dauerstress auf den menschlichen Körper auswirken kann. Werde das Problem anpacken müssen.

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      • Liebe Frau Imboden
        Es freut uns, dass Ihnen der Artikel gefallen hat und Sie Ihre Situation verändern möchten.
        Leider ist der negative Dauerstress heutzutage ein grosses Thema, auch bei Kindern. Es gibt verschiedene Strategien, aber meistens lässt er sich nicht so schnell beseitigen, wie man das gerne hätte, da das ganze Umfeld einen grossen Einfluss auf uns hat. Da wir aber die Welt nicht so formen können wie wir das gerne hätten, bleibt uns eigentlich in erster Linie nur eines übrig: uns zu verändern, d.h. Lifestyle inkl. Ernährung (widerstandsfähiger werden), und Wahrnehmung (gem. der bekannten Streitfrage: ist das Glas halb leer oder halb voll?).
        Letzteres gelingt uns am besten, wenn wir unsere Atmung beobachten während wir negative Gedanken hegen und uns dabei immer wieder hinterfragen, ob diese Gedanken/Reaktionen angemessen sind bzw. ob man bei gewissen Personen in derselben Situation nicht viel negativer reagiert als bei anderen (unterdrückte Emotionen?). Die typischen Situationen im Geschäft oder zu Hause sind heutzutage i.d.R. nicht lebensbedrohlich und trotzdem versetzen wir uns wegen Kleinigkeiten ständig in den fight-or-flight Modus indem wir flach atmen oder sogar den Atem anhalten. Das erzeugt eine unbewusste Anspannung/Verspannung die uns längerfristig sehr schaden kann (chronische Schmerzen?).
        Mit der Zeit lernt man loszulassen und gemäss dem altbekannten Rat auch wieder tief durchzuatmen.
        Wir wünschen Ihnen viel Erfolg
        Monica & Nadja

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    • Gern geschehen.
      Es freut uns, wenn wir mit unseren Ausführungen und Tipps einen Anstoss für positive Veränderungen geben können. Das motiviert uns in weitere Themen einzutauchen und darüber zu schreiben.

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