Süssstoffe: Dick- und Krankmacher aus der Light-Palette

Gepostet in Basiswissen


Wer abnehmen will, greift gerne mal zu kalorienarmen Light-Produkten und künstlichem Süssstoff. Doch bringen diese Ersatzstoffe für Zucker wirklich den ersehnten Erfolg? Hierzu gibt es verschiedene Theorien:

Keine Glücksgefühle bei künstlichem Süssstoff

Studien zeigen, dass sich das Gehirn nicht durch den Süssstoff täuschen lässt. Während die Geschmacksnerven das Signal „süss“ registrieren, fehlt im Gehirn die typische Belohnungsreaktion (Ausschüttung des Glückshormons Dopamin oder des Sättigungshormon Leptin), welche beim Genuss von Zucker ausgelöst wird. Forscher schliessen daraus, dass das Gehirn (aber auch andere Zellen im Körper) durch Süssstoffe nicht ausreichend gesättigt wird und der Appetit auf Süsses bestehen bleibt oder sogar erhöht wird.

Nahrungsregulation gerät durcheinander

Bereits frühere Studien hatten gezeigt, dass Süssstoffe nicht beim Abnehmen helfen. Der Körper wird durch die Kombination von Süsse und fehlenden Kalorien offenbar verwirrt und verlangt noch mehr Nährstoffe. So zeigten amerikanische Studien, dass Tiere, deren Futter mit Süssstoff gesüsst war, anschliessend mehr Gewicht zunahmen und auch grössere Mengen an kalorienreichem Futter frassen. Eine andere Erklärung liefern neuste Ergebnisse: Gemäss der Fachzeitschrift “Nature” sollen die Zuckerersatzmittel die Darmflora negativ beeinflussen. Dies könnte gemäss CNN auch eine Erklärung dafür sein, wieso bei Menschen mit hohem Diät-Sodakonsum das gefürchtete viszerale Fett, d.h. der Bauchumfang, zunimmt.

Der psychologische Effekt

Hinter dem gesteigerten Appetit könnte aber auch ein psychologischer Effekt liegen – so eine andere Theorie. Wer Süssstoffe oder Light-Produkte verwendet, spart Kalorien. Diese kompensiert man aber meistens indem man sich anschliessend etwas Süsses gönnt, denn man hat ja vorher Kalorien gespart und braucht daher kein schlechtes Gewissen haben. Dasselbe passiert übrigens vielfach, wenn man z.B. eine Wanderung oder Fahrradtour macht. In der Mittags- oder Zwischenpause gönnt man sich dann meistens ein Dessert oder auch eine grosse Portion Ungesundes, denn man hat ja vorher Kalorien verbrannt (der Kalorienverbrauch wird dabei meistens massiv überschätzt).

Süssstoff kann ernste Gesundheitsstörungen verursachen

Vor allem Aspartam steht in der Kritik. Bei seiner Verstoffwechselung entstehen Gifte (10% davon ist Methanol, also ein gefährlicher Holzalkohol). Dieses wird wiederum in unserer Leber in Formaldehyd umgewandelt, da wir – im Gegensatz zu den Tieren – das Enzym für die Verstoffwechselung von Methanol verloren haben (was wiederum erklärt, wieso bei Tierversuchen keine Nebenwirkungen auftreten). Formaldehyd seinerseits ist ein extrem stark klebendes Molekül, weshalb es zur Plastifizierung (PET uvm.) benutzt wird und soll die Entgiftung unseres Körpers durch die Leber beeinträchtigen. Und Tatsache ist: Wenn die Leber nicht mehr richtig funktioniert, dann ist unser gesamter Organismus davon betroffen.

Fördern sie womöglich Diabetes 2?

Eine gross angelegte Studie im American Journal of Clinical Nutrition findet sogar eine doppelt so hohe Rate an Diabetes 2-Erkrankung wenn künstlich gesüsste Getränke konsumiert werden!

Weitere Bedenken gegenüber Aspartem

Wird Aspartam auf mehr als 120°C erhitzt (z.B. beim Backen eines Kuchens), dann entsteht daraus Acrylamid. Studien weisen darauf hin, dass es Kopfschmerzen und Migräne auslösen kann. Zudem soll der Stoff für Übelkeit, Benommenheit, Depression, Epilepsie, Angstzustände, Überregbarkeit, Gedächtnisverlust, Blindheit, Hautreaktionen und verschiedene Arten von Krebs verantwortlich sein. Und das sind nur einige der über 92 bekannten Nebenwirkungen auf den menschlichen Organismus!

Aspartam (welcher ca. 200 mal süsser ist als Zucker) ist sehr beliebt, weil er „natürlich“ nach Zucker schmeckt und keinen bitteren Nachgeschmack hat. Überall, wo süsser Geschmack, aber kein Zucker erwünscht ist, kann Aspartam zum Einsatz kommen. Der Inhaltsstoff als E 951 deklariert, ist in über 90 Ländern und 9‘000 Produkten enthalten. Sie finden ihn in Softdrinks, Süsswaren, Backwaren, Frühstückscerealien, Glacés, Kaugummi, Bonbons, Fertiggerichte, Milchprodukten etc. und meistens wo „Light“, „Zero“, „Wellness“ oder „Zuckerfrei“ steht. Im Handel ist er unter dem Namen „Canderel“, „Equal“ und „NutraSweet“ zu finden.

Doch auch andere Kunstprodukte mit E-Nummern wie Acesulfam K (E 950), Cyclamat (E 952), Isomalt (E 953), Maltit (E 965), Saccharin (E 954, der älteste Süssstoff) und v.a. Sucralose (E 955) sind umstritten.

Wie sieht es aus mit Zuckeraustauschstoffen?

Erythrit, Mannit, Sorbit oder Xylit (auch als Erythritol, Mannitol, Sorbitol oder Xylitol anzutreffen) sind Zuckeralkohole (darum auch die Endung -ol). Sie enthalten halb so viel Kalorien wie Zucker und schmecken meist etwas weniger süss. Sie werden aber insulinunabhängig verstoffwechselt, d.h. der Blutzuckerspiegel steigt nach dem Verzehr nicht oder nur geringfügig an, da nur ein kleiner Teil im Dünndarm resorbiert wird. Allerdings könnten sie die Verdauung verlangsamen und den Stoffwechsel drosseln und so eine Gewichtszunahme begünstigen. Das Hauptproblem dieser Stoffe ist aber, dass sie ab einer bestimmten Dosis zu Blähungen, Durchfall und Völlegefühl fühlen (Ausnahme Erythrit, welches in den Nieren verstoffwechselt wird), v.a. wenn grössere Mengen direkt in den Dickdarm gelangen und dort von den Bakterien fermentiert werden. Manche Menschen reagieren schon nach 2-3 zuckerfreien Kaugummis mit Beschwerden. Xylit kennen Sie als antikariogenen Stoff (zahnschonende Kaugummis etc.). Er ist der einzige Zuckeraustauschstoff, an den sich der Organismus langsam an steigende Mengen gewöhnen kann. Das ist deshalb der Fall, weil beim Glukose-Stoffwechsel (also bei der Verdauung von Zucker und Stärke) auch immer eine geringe Menge Xylit anfällt und der Organismus diesen Stoff kennt. Allerdings wird heute Xylit anstatt aus Birkenholz vorwiegend aus Maiskolben (meist gentechnisch verändert) industriell hergestellt und ist kein natürlicher und unverarbeiteter Stoff mehr.

Fazit: Die vermeintlichen Schlankmacher fördern die Lust auf Süsses und stehen im Verdacht, die Gesundheit zu schädigen. Deshalb warnen Fachleute: Finger weg von künstlichen Süssstoffen! Reduzieren Sie lieber schrittweise den Zuckerkonsum und gewöhnen Sie sich an eine weniger süsse Ernährung. Wer dennoch hin und wieder Speisen süssen möchte, kann dies mit natürlichen Süsstoffen wie Honig oder Stevia tun oder wenig Bio Rohrzucker, Ahornsirup und Kokosblütenzucker verwenden. Xylit kann im Rahmen einer Ernährungsumstellung helfen, zu Zucker und anderen ungünstigeren Süssungsmitteln Abstand zu gewinnen, hat aber längerfristig in einer naturbelassenen Ernährungsweise nichts zu suchen. Und wenn es um Getränke geht, ist Wasser sowieso die gesündeste und kalorienärmste Variante.

Natürliche Süssstoffe

Honig: So wie Zucker besteht Honig aus Glukose und Fruktose. Er enthält darüber hinaus zahlreiche Mineralstoffe, Vitamine und Aminosäuren. Insbesondere dunkler Honig ist reich an Antioxidantien. Wir empfehlen die Verwendung möglichst naturnaher Honigsorten. Vorzuziehen sind lokale Produkte von Imkern. Je stärker ein Honig verarbeitet ist, desto mehr ist er mit Zucker vergleichbar und daher in der Paleo-Ernährung nicht geeignet. Industriell verarbeiteter Honig wird zudem oft aus verschiedenen Sorten gemischt. Diese können aus Ländern oder Regionen stammen, in welchen Gentechnik und Pestizide zum Einsatz kommen. Honig erhöht den Blutzuckerspiegel langsamer als Zucker.

Stevia: Eine kalorienarme Alternative zu Honig ist Stevia, eine natürlich süsse Pflanze, welche den Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe schnellen lässt. Sie stammt aus Paraguay und ist unverarbeitet 30 Mal süsser als Zucker. Nach aktueller Faktenlage scheint Stevia das Süssmittel mit den geringsten Bedenken zu sein. Achten Sie aber auch hier auf die Qualität, denn oft wird der Extrakt von Stevia-Blättern chemisch stark weiter verarbeitet und gestreckt, so dass vom natürlichen Kraut kaum etwas übrig bleibt. Die grünen Blätter haben dann ganz andere Eigenschaften und Wirkungen auf den menschlichen Körper. Der Zuckerersatzstoff wird mit der E-Nummer 960 gekennzeichnet. Tipp: Es braucht sehr wenig Stevia, um eine angenehme Süsse zu erreichen. Bei zu grosszügiger Verwendung kann ein bitterer Nebengeschmack entstehen.

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