Familien mit Kindern

Gepostet in über Paleo


Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Kohlenhydrate allein eine untergeordnete Rolle in der Genese des Übergewichtes im Kindesalter spielen. In Kombination mit der sehr hohen Zufuhr von Zucker, vor allem in Form von Fruchtsäften und Sodas aller Art, entsteht jedoch Übergewicht.

Aktive Kinder brauchen genug Kohlenhydrate (bis zu 50 %). Trotzdem sollten sie sich nicht vorwiegend aus Stärkeprodukten ernähren, da diese den Blutzuckerspiegel schnell stark ansteigen lassen und nur vorübergehend zu einem Sättigungsgefühl führen. Zudem erhöhen stärkehaltige Kohlenhydrate (wie z.B. Fertiggerichte sowie Pasta & Pizza) das Verlangen nach Süssem. Kohlenhydrate in Form von Kartoffeln, Süsskartoffeln, Mais oder Reis (auch z.B. in Form von asiatischen Reisnudeln) sind eine bessere Alternative und erst noch glutenfrei. Sehr beliebt ist auch das Bananenbrot.

Da sich Kinder ständig körperlich und geistig entwickeln, haben sie einen grossen Bedarf an Energie und Nährstoffen. Die 5 empfohlenen Portionen Obst und Gemüse am Tag sollten eingehalten werden. Qualitativ hohe Proteine wie Fleisch, Fisch und Eier, aber auch gute Fette sind wichtige Energielieferanten. Daher eignet sich die Paleo-Küche sehr gut auch für Kinder.

Leider klappt es bei der Umstellung meistens nicht auf Anhieb. Der fremde Geschmack oder die ungewohnte Konsistenz lösen Ablehnung aus. Am liebsten Essen die Kinder, was sie kennen und mögen keine grosse Abwechslung. Auch tendieren sie auf Süsses. Diese Präferenz ist offenbar genetisch bedingt, wie Forscher festgestellt haben. Denn Zucker, der von Natur aus etwa in Früchten steckt, lieferte überlebenswichtige Kalorien und signalisierte Kindern schon in der Urzeit, dass ein Lebensmittel nicht giftig ist. Ein saurer Geschmack hingegen war oft ein Hinweis auf verdorbene oder unreife Nahrung, ein bitterer gar auf Giftiges.

Das stellt eine echte Herausforderung für die Eltern dar. Den stetigen kleinen Kampf bei jeder Mahlzeit oder den Aufwand, jahrelang parallel zur Paleoküche „Kindergerichte“ hervorzuzaubern, ist keine Lösung. Darum lohnt es sich, ein paar Tricks auszuprobieren. Mit der Zeit wird sich der Nachwuchs an immer neue Geschmacksrichtungen gewöhnen und mehr Speisen schätzen lernen. Darum lohnt es sich auch, ein paar Tricks auszuprobieren denn: steter Tropfen höhlt den Stein:

• Seien Sie ein Vorbild. Das Kind beobachtet ganz genau was die Eltern und die anderen Familienmitglieder essen.

• Finden Sie heraus, was Ihr Kind für Gemüse mag. Starten Sie mit milden Sorten, wie z. B. Karotten, Kohlrabi, Paprikaschoten, Zucchetti, Kürbis oder Broccoli.

• Grüne Salate können mit Früchten oder rohem Gemüse appetitlich und bunt gestaltet werden, z.B. mit einem geraffelten Apfel, Melonenkugeln, Karotten- oder Gurkensterne, etc. oder mit einem gehackten Ei (z.B. zu Nüsslisalat). Ein paar Pekan- oder Walnusskerne, aber auch Samen und Kerne passen ebenfalls sehr gut dazu.

• Rohkost ist in Form von Fingerfood beliebt. Wenn die Kinder das Gemüse selbst dippen dürfen, macht es noch mehr Spass. Dips zu Rohkost und/oder Fingerfood finden Sie in unserem Kochbuch «KOCHEN NACH PALEO» im Kapitel „Gemüse“.

• Manchmal hilft es, wenn das Kind beim Zubereiten helfen darf (planen Sie bei kleinen Kindern genügend Zeit dafür ein). Es ist später für das Kind sehr hilfreich, wenn es früh lernt, dass man alles selber Zubereiten kann und die fertigen Speisen nicht im Supermarkt kauft. Anstatt gekaufter Säfte können Früchte (z.B. Orangen) selbst gepresst werden oder ein Milch-Shake mit ein oder zwei süssen Bananen und/oder Beeren, etwas ausgekratztem Vanillemark, wenig Honig und sogar ein rohes Ei (muss sehr frisch sein) gemixt werden. Hamburger schmecken selbst gemacht ebenfalls viel besser (in die Hackfleischfrikadellen fein geraffeltes Gemüse wie Karotten, Zucchini und wenig Stangensellerie anstatt Brot „reinschmuggeln“).

• Für das Frühstück oder auch Zwischendurch ist ein griechisches Joghurt (Nature, Vollfett) mit verschiedenen Früchten und/oder Nüssen, welche das Kind selber aussuchen darf, gesünder und enthält viel weniger Zucker als gekaufte Früchtejoghurts.

• Bei hartnäckigen Gemüsemuffeln ist schliesslich die letzte Möglichkeit, Ihrem Kind zu mehr Gemüse zu verhelfen, wenn sie gesunde Zutaten fein gerieben oder gemixt unauffällig in dessen Lieblingsgerichte mischen. Klein geschnittenes Gemüse (z.B. Karotten und Stangensellerie) passt sehr gut in eine Sauce Bolognese.

• Für das z’Nüni oder z’Vieri ein paar Früchte (hin und wieder auch getrocknete), rohes Gemüse und Nüsse (diese sättigen gut) auftischen oder in den Kindergarten/Schule mitgeben. Orangenschnitze sind sehr beliebt (ungeschälte Orange halbieren, die Hälften in je 4 Schnitze schneiden).

• Oft rümpfen die Kinder die Nase bei Fisch und Fleisch. Fisch ist ein wertvolles Nahrungsmittel und versorgt uns unter anderem mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren, Eiweiss, Vitamin A und Vitamin D. Daher sollte es regelmässig verzehrt werden. In der Apotheke oder Drogerie gibt es mittlerweile qualitativ hochstehende Fischölkapseln, welche auch für Kinder geeignet sind. Beim Fleisch hilft manchmal die richtige Zubereitung (dünne Plätzli gut durchgebraten und nicht mehr blutig) oder eine leckere Marinade aus natürlichen Gewürzmischungen (hervorragende und natürliche Marinademischungen ohne Zusatzstoffe gibt es übrigens im Gewürz Profi in Aarau: für Kalb, Schwein und Lamm eignet sich das „Lamm, Gigot, Gitzi“, für Huhn das „Mistkrazerli“). Ihr braucht nicht jeden Tag Fleisch essen, dafür dann mehr Gemüse, Obst und Nüsse. Neusten Forschungen zufolge hilft qualitativ hochstehendes rotes Fleisch* speziell bei Kindern bei der Entwicklung des Hirns. Dieses liefert nämlich unverzichtbare B-Vitamine, hochstehende Omega-3-Fettsäuren, wertvolles Zink und viel Eisen. Gemäss neusten Empfehlungen sollte es 3 bis 4 Mal pro Woche auf den Tisch kommen (die Portionengrösse sollte in etwa die Grösse der Handfläche des Kindes entsprechen).

• Eier sind bei Kindern in Form von Rührei oder Omelette (siehe „Eierspeisen“ im Kochbuch «KOCHEN NACH PALEO») beliebt.

• Um den Aufwand in Grenzen zu halten, bereiten Sie eine grössere Menge der Paleo-Speise zu, welches Sie als Proviant für die nächste Mahlzeit für sich verwenden, wenn die Kinder wieder einmal ihre gewohnten Speisen auf dem Teller haben möchten. Umgekehrt lohn es sich, z.B. eine grössere Menge Reis für die Kinder zuzubereiten, wenn Sie das nächste Mal etwas kochen, dass die Kleinen garantiert nicht essen werden. Gekochter Reis kann problemlos einen Tag oder über Nacht im Kühlschrank gelagert werden und macht sich auch als Suppeneinlage gut. Auf jeden Fall sollten Sie die neue Speise dem Kind zum Probieren anbieten. Ein Kind muss etwa 10 bis 15 Mal Gelegenheit haben, etwas zu kosten, bis es auf den Geschmack kommt. Vielleicht hilft es, wenn Sie die Zubereitungsart ändern.

• Lebensmittel sollten weder zur Belohnung noch zur Bestrafung eingesetzt werden. Das löst Emotionen und somit Erinnerungen aus und diese könnten sich im Erwachsenenalter negativ auf das Essverhalten auswirken. Man muss nämlich bedenken, dann man seine Psyche immer auch mit an den Tisch nimmt. Auch sollten Sie das Kind nicht zwingen, eine grössere Menge davon zu essen, sondern vielmehr loben, wenn es ein wenig davon probiert.

• Halten Sie nur Wasser als Getränk zu Hause. Sie können dieses auch mit ein paar Zitronenschnitzen aufpeppen. Das löscht den Durst am besten. Auswärts darf es auch mal etwas anderes sein (bitte nichts was künstlich gesüsst ist, denn Aspartam und Co. sind nichts für Kinder!). So ersparen Sie sich unnötige Diskussionen.

Nun wünschen wir Ihnen viel Erfolg mit all diesen Tipps.

 

* Heutzutage leiden immer mehr Menschen und vor allem auch Kinder an Eisenmangel, was zu Müdigkeit, aber auch zu Depression führen kann. Leider herrscht immer noch verbreitet die Meinung – wie auch schon beim Fett (Herzkrankheiten) und bei den Eiern (Cholesterin) – dass rotes Fleisch für das Herz ungesund ist und sogar Krebs fördern kann. Die Studien, welche diese Resultate bestätigen, sind mit Vorbehalt zu geniessen:

> Dr. Mercola: Processed Meats Declared Carcinogenic

> Fleisch, Krebs und die WHO: Ist Wurst das neue Rauchen?

foodwatch: Selbstbeschränkung bei Kinder-Werbung wirkungslos

 

 

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