Darmflora – der geheime Verursacher von Fettleibigkeit?

Gepostet in Basiswissen


GASTARTIKEL von: Primal State

Stell Dir vor, die Bakterienkulturen in Deinem Darm hätten Einfluss auf Deine Leistungsfähigkeit, Deine Stimmung, Dein Gewicht, Deine Gesundheit und sogar auf Deine Persönlichkeit? Viele Studienergebnisse zeigen, dass sie genau dies haben. Somit verwundert es nicht, dass sich der Forschungsbereich um die Darmflora des Menschen – das sog. Mikrobiom – eines regelrechten Booms erfreut und in den Medien zunehmend prominenter wird.

Auch die Studienergebnisse, die aufzeigen, wie sehr die Darmflora mit dem Körpergewicht zusammenhängt, sind erstaunlich.

Viele Übergewichtige haben das Gefühl, zuzunehmen, wenn sie ihr Essen nur anschauen, während sie davon überzeugt sind, dass ihre schlanken Freunde ohne Auswirkungen auf das Gewicht um ein Vielfaches mehr essen können.

Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass an diesem Empfinden teilweise etwas dran ist (1). Die Bakterienkulturen im Darm entscheiden nämlich darüber, wie das Essen, das wir zu uns nehmen, in unserem Körper verwertet ist. Gerät dieser Vorgang aus dem Gleichgewicht, ist Übergewicht fast vorprogrammiert.

Aus all diesen Gründen ist es wichtig, unsere Darmbakterien für und nicht gegen uns arbeiten zu lassen. In diesem Artikel werde ich Dir daher zeigen, wie Du Deine Darmflora in 4 einfachen Schritten auf Vordermann bringen kannst.

Mit diesem Plan wirst Du in der Lage sein, Deinen Darm zu sanieren um all jene Bakterienkulturen zu fördern, die dafür sorgen, dass du leistungsfähiger, gesünder und körperlich fitter/schlanker wirst.

Der 4 Schritte Plan für eine gesunde Darmflora

Der Darm ist für den Menschen ein vielfach wichtiges Organ. Hier findet die Verdauung, die Produktion von wichtigen Botenstoffen, die Regulierung des Wasserhaushaltes und die Ausbildung eines Großteils der Abwehrzellen des Immunsystems statt.

Die sehr dünne Darmwand fungiert dabei als Tor zwischen der Welt in unserem Körper und der Außenwelt. Hier werden Stoffe aufgenommen und abgegeben. Die Darmbakterien sorgen dafür, dass dieser Prozess reibungslos funktioniert und keine Toxine in unsere Blutbahn geraten. Wird die Darmflora – das Mikrobiom – jedoch angegriffen, kann dieses geniale System der Natur aus dem Gleichgewicht geraten. Eine chronische Entzündung der Darmwand ist die Folge.

Wenn die Darmflora nicht mehr richtig funktioniert, können wertvolle Stoffe nicht länger durch die Darmwand aufgenommen werden, während gleichzeitig toxische Stoffe durch sie ins Blut gelangen und Einzug in andere Bereiche des Körpers finden. Auf lange Sicht kann dies zu Krankheiten führen.

Mit dem 4-Schritte-Plan können wir diesem wenig wünschenswerten Szenario jedoch effektiv entgegenwirken:

Schritt 1 – optimiere Deine Ernährung

Frisches Gemüse:

Die größte Rolle für die Gesundheit Deiner Darmflora spielt die Nahrung, die Du täglich zu dir nimmst. Je mehr frische und unverarbeitete Lebensmittel du isst, desto mehr wird es Dir Deine Darmflora danken.

Besonders gesund ist Gemüse. Hier sind nämlich Nährstoffe enthalten, die als direkte Nahrung für die Darmbakterien dienen – die sog. Präbiotika. Wenn diese Präbiotika, auch Ballaststoffe genannt, in den Darm gelangen, werden sie dort von den Darmbakterien in eine Vielzahl gesundheitsfördernder Stoffe verstoffwechselt.

Wie viel und welches Gemüse solltest Du bestenfalls essen?

Die meisten Menschen, die sagen, sie würden “viel Gemüse” essen, legen am Morgen einige Scheiben Tomaten auf ihr Butterbrot oder garnieren ihr Mittagessen mit ein wenig Gurke und Paprika.

Für eine optimale Darmgesundheit ist es jedoch zu empfehlen, den Gemüse-Hahn ein wenig weiter aufzudrehen und regelmäßig große, buntgemische Salate mit vielen verschiedenen Gemüsesorten zuzubereiten.

Mein Vorschlag zur Inspiration: Ich esse täglich einen leckeren Salat mit mindestens 5 verschiedenen Gemüsesorten. Gestern war es z.B. Avocado, Gurke, Paprika, Tomate, Zucchini, rote Beete und Rucola.

Hochwertige Fette

Der wichtigste Faktor, wenn es darum geht, ob Dein Fettkonsum gesundheitsfördernd ist oder nicht, ist das Verhältnis zwischen den Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren, die Du zu Dir nimmst.

Beide tragen eine wichtige Funktion im Körper, doch die meisten Menschen konsumieren sie in einem für den Körper schädlichen Verhältnis(2). Viele Pflanzenfette enthalten nämlich vorwiegend Omega-6-Fettsäuren. Zu viele Omega-6-Fettsäuren wirken im Körper jedoch entzündungsfördernd.

Für Deine Darmgesundheit ist es daher wichtig, genügend Omega-3 Fettsäuren zu dir zu nehmen. Diese wirken entzündungshemmend auf die Darmschleimhaut. Für die Darmgesundheit optimale Fette findest du z.B. in Olivenöl, Avocadoöl, Kokosöl, Weidebutter und MCT Öl.

Verzichte auf Zucker

Spätestens seit der Welle an Artikeln in Printmedien wie Stern und Spiegel ist in der Öffentlichkeit bekannt, wie gesundheitsschädlich ausufernder Zuckerkonsum sein kann.

Dies liegt nicht zuletzt daran, dass viel Zucker und dadurch eine kohlenhydratreiche Ernährungsweise das Verhältnis der Darmbakterien ungünstig beeinflusst. Je mehr raffinierten Zucker über hochverarbeitete Lebensmittel Du zu Dir nimmst, desto mehr gerät das Darmmilieu aus dem Gleichgewicht(3). Verzichte daher bestmöglich auf industriell verarbeitete Lebensmittel und ersetze sie gegen natürliche Nahrungsmittel.

Achtung: Verstehe mich hier bitte nicht falsch. Ich sage nicht, dass Kohlenhydrate per se schlecht für den Darm sind. Optimal für den Darm ist jedoch, dass du sie über mikronährstoffreiche Lebensmittel wie Süßkartoffeln, Karotten, Wurzelgemüse, Beeren oder ein wenig Obst zu dir nimmst.

Schritt 2 – nutze fermentierte Lebensmittel

Fermentierte Lebensmittel enthalten eine Vielzahl an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Aufgrund des hohen Nährstoffgehaltes und der langen Haltbarkeit waren sie früher als Wintervorräte sehr begehrt.

Doch fermentierte Nahrung hat noch einen anderen Vorteil – sie ist probiotisch und enthält verschiedene Bakterienkulturen, die hervorragend zur Darmgesundheit beitragen. Diese Bakterien sorgen im Darm für ein ausgeglichenes Millieu, das die schädliche Ausbreitung bestimmter Mikroorganismen verhindert. Durch den Konsum von fermentierten Lebensmitteln wie rohem Sauerkraut oder Kimchi wirst Du auch feststellen, dass Dein Hungergefühl im Allgemeinen zurückgeht und Du weniger Lust auf Süßigkeiten bekommst.

Mein Geheimtipp: die probiotische Limonade Kombucha

Solltest Du Lust auf ein gesundes Getränk haben, dass nicht nur positiven Einfluss auf Deine Darmflora sondern auch auf deine Performance hat, probiere gerne einmal das Getränk Kombucha. Bei Kombucha handelt es sich um einen fermentierten Tee, der unglaublich viele Bakterienstämme und Vitamine enthält.

Kombucha ist in den USA sehr beliebt und auch in Deutschland gerade immer mehr im Kommen. Die deutsche Brauerei Fairment aus Berlin stellt, meiner Meinung nach, in Deutschland das hochwertigste Kombucha her.

Schritt 3 – füge hilfreiche Nahrungsergänzungsmittel hinzu

Natürlich gibt es auch eine Reihe an Nahrungsergänzungsmitteln, die zu Deiner Darmgesundheit beitragen können. Bedenke hierbei jedoch bitte, dass diese Mittel das i-Tüpfelchen einer guten Ernährungsweise sind. Den ganzen Tag über ungesund zu essen und am Abend ein kleines Zauberpülverchen zu nehmen, das alles wieder gut macht, funktioniert in der Werbung, nicht aber in der Realität.

Probiotika & Präbiotika als Nahrungsergänzung

Probiotika heißen, wie bereits beschrieben, Bakterienstämme, die zu Deiner Darmgesundheit beitragen. Der Begriff Präbiotika bezeichnet die Nahrung, die diese Darmbakterien zu sich nehmen. Um Deine Darmflora so intakt wie möglich zu halten, ist es wichtig, dass Du sowohl Prä- als auch Probiotika zu Dir nimmst.

Schritt 4 – optimiere Deinen Lifestyle

Vielleicht kennst du den Ausspruch “Stress schlägt auf den Magen”. Forscher konnten dieses Sprichwort nun wissenschaftlich belegen(4).

Wenn du regelmäßig großem Stress ausgesetzt bist; kann der erhöhte Cortisol-Pegel auch dann zu Problemen mit den Bakterienkulturen im Darm führen, wenn Du Dich sonst gesund ernährst. Die gute Nachricht ist, dass du deinen Stresspegel erwiesenermaßen mit einfachen Kniffen schnell senken kannst.

Meditation

Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die belegen, dass selbst kurze Meditationseinheiten von 10 Minuten den Cortisol-Pegel im Blut signifikant senken. Zu diesem Schluss kam auch Neuropsychologe und Autor Richard Davidson. Er empfiehlt jedem Menschen, täglich eine kurze Meditations-Session durchzuführen(5).

Intensive Sporteinheiten

Egal ob aerob oder anaerob – Workouts senken den Stresspegel im Körper und unterstützen damit die gesunde Darmflora. Ich nutze besonders gerne “HIT” oder “HIIT”-Workouts, da sie besonders intensiv sind und nur wenig Zeit kosten. Probiere auch Du sie gerne einmal aus und lass mich wissen, wie es Dir gefällt.

Waldspaziergänge

Jeder weiß, dass Spaziergänge entspannend wirken. Doch japanische Forscher konnten mittlerweile nachweisen, dass besonders Waldspaziergänge eine heilende Wirkung auf den Körper besitzen. So heilend sogar, dass in Fernost immer mehr Therapiezentren im tiefsten Wald aufgebaut werden(6).

Sollte sich in Deiner Nähe ein Wald oder zumindest schöner Park befinden, kann ich Dir für Stresspegel und Darmgesundheit empfehlen, mehrmals in der Woche mindestens 15 Minuten in der Natur zu verbringen. Es lohnt sich!

Fazit

Wenn Du die oben genannten 4 Schritte befolgst, unterstützt Du deine Darmflora intensiv dabei, in ein harmonisches Gleichgewicht zu gelangen. Wie bereits erwähnt, ist ein gesunder Darm unerlässlich, wenn Du Deine volle Leistungsfähigkeit ausschöpfen und Dich generell gut gelaunt und entspannt fühlen möchtest.

Solltest Du Interesse daran haben, Gewicht zu verlieren, aber seit langer Zeit keine Fortschritte machen, ist eine Sanierung des Darmes vielleicht genau das richtige für Dich.

Viele meiner Klienten und auch ich selbst waren immer wieder erstaunt darüber, wie groß der Einfluss unseres Darmes auf unser Energielevel, unsere körperliche Vitalität und Stimmung ist.

Die schnellsten Resultate erlebst du, wenn du so viele der oben genannten Schritte wie möglich befolgst. Doch natürlich kannst du es auch etwas langsamer angehen lassen. Schon der ein oder andere Spaziergang im Wald oder die ein oder andere Schüssel Sauerkraut werden deinen kleinen Helfern Freude bereiten und sie dazu inspirieren, ihr Gleichgewicht zu finden und bessere Arbeit zu leisten.

Je besser sie das tun, desto stärker wirst du es an deiner eigenen Lebensqualität bemerken. Versprochen! 🙂

 

> Primal State: 11 moderne Darmflora Killer auf die Du heute schon verzichten solltest

> Gruber Gesundheit: Nicht raten, sondern messen – Wie du deine Darmflora analysieren lassen kannst und was dir das Ganze bringt

> Dr. Mercola: Chronic Fatigue Syndrome Starts in Your Gut, How Soil Microbes and Intercellular Communication Affects Human Health (brillantes Interview!)

> MENTAL HEALTH – Study finds prebiotics may help people to cope with stress

 

Bild: Shutterstock (von Primal State geliefert)

 

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