Salze in der Paleo-Ernährung

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Als “weisses Gold” wurde Salz vor Jahrtausenden höher geschätzt als wertvolles Edelmetall. Heute ist es billig und überall verfügbar. Viele Tonnen Speisesalz werden hierzulande pro Jahr gegessen. Essen wir zu viel davon?

Eine zunehmend ambivalente Haltung gegenüber diesem Mineralstoff ist zu beobachten. Es muss vielfach als Bösewicht bei Bluthochdruck und anderen Symptome herhalten. Was ist da dran?

Fakt ist: Eine eindeutige Kausalbeziehung zwischen Kochsalzkonsum und Bluthochdruck ist bislang nicht nachgewiesen. Im Gegenteil: Salz ist lebenswichtig und in vielfältiger Weise gesundheitsfördernd. Allerdings müssen wir zugegeben, dass viele Leute wahrscheinlich zu viel davon konsumieren und erst noch das Falsche.

Wasser und Salz sind die Elemente, aus denen wir einst emporstiegen, um an Land zu gehen. Und so bestehen wir immer noch aus etwa 60 bis 70 % salzigem Wasser, welches in und ausserhalb unserer Zellen fliesst. Den Salzgehalt von 0.9 % kann man übrigens in den Tränen schmecken. In manchen Quellen wird erzählt, dass das Urmeer – genau wie unsere Körperflüssigkeit – eine 1%-ige Salzkonzentration gehabt haben soll. Auch ähnelt die Zusammensetzung des Meeres derjenigen unserer Körperflüssigkeiten, nämlich Natrium und Chlorid, während alle anderen Elemente nur in geringen Mengen vorliegen.

Salz ist in unserem Körper allgegenwärtig und da wir es nicht selber herstellen können, müssen wir es mit der Nahrung aufnehmen. Aber welche Salzarten gibt es überhaupt?

Meersalz stammt aus den heutigen Meeren und ist ein naturbelassenes Salz. Es wird mit Sole gewaschen, in der Sonne getrocknet und gemahlen. Ein besonderes Meersalz ist das Fleur de Sel oder auch Salzblume genannt. Es ist das Salz an der Oberfläche des in kleinen Becken an der Sonne getrocknete Meerwasser. Da die “Blume des Salzes” in reiner Handarbeit gewonnen wird, ist es das teuerste Meersalz. Die Konsistenz ist etwas gröber, enthält etwas Restfeuchte und sollte für rohe Speisen oder zum Nachsalzen gebraucht werden. Der besondere Geschmack kommt von dem 1%-igen Anteil an Kalzium und Magnesium.

Steinsalz stammt aus dem Urmeer und wird in Salzbergwerken gefördert. Es ist frei von jenen Umweltschadstoffen, die sich im heutigen Meer und daher u.U. im Meersalz befinden könnten. Kristallsalz ist eine Art Steinsalz, soll aber durch die Auffaltung v.a. des Himalayas einen besonders hohen Druck erfahren haben, so dass die Elemente dermassen klein sind, dass sie vom Körper hervorragend aufgenommen werden können. Kristallsalz ist auch unter dem Namen “Himalaya-Salz”, “Hunza-Salz” oder ähnlichen Begriffen bekannt. Beide werden in Sole gewaschen, getrocknet und gemahlen. Ein hochwertiges und als gesund geltendes Salz muss jedoch nicht aus dem Himalaya stammen. Auch unraffinierte und naturbelassene heimische Steinsalze sind empfehlenswert.

Meer-, Stein- und Kristallsalz bestehen zu etwa 97% aus Natriumchlorid. Der Rest setzt sich aus anderen Mineralstoffen, Spurenelemente und Restfeuchte zusammen.

Kochsalz wird auch als Speisesalz, Tafelsalz oder einfach nur Salz genannt. Meistens handelt es sich dabei um ein Steinsalz, das industriell verarbeitet und von den “Verunreinigungen” wie Mineralstoffe, möglichen Schwermetallrückständen sowie Staub und Sandpartikel befreit wurde. Das Resultat ist ein annährend reines Natriumchlorid (99%). Der Rest setzt sich zusammen aus Antiklumpmitteln, Jod- und Fluoridverbindungen, synthetischer Folsäure und Natriumnitrit. Antiklumpmittel wie Magnesiumcarbonat oder Kalziumcarbonat sind harmlos (übrigens Kalziumcarbonat ist auch jener Stoff, der dafür sorgt, dass sich Rotweinflecken auf Textilien nach einer Salzbehandlung lösen). Andere Rieselhilfen wie Aluminiumhydroxid werden bis heute mit Alzheimer-Krankheit in Zusammenhang gebracht. Kaliumhexacyanidoferrat (E 536) enthält Blausäure, welche sich bei Hitze lösen könnte. Es gilt als hochgiftig für unsere Zellatmung. Jod ist ein Spurenelement und wichtig für unsere Schilddrüse. Allerdings sollten wir dieses nur in geringen Mengen zu uns nehmen, da eine “Überdosis” die chronisch entzündliche Schilddrüsenkrankheit Hashimoto Thyreoiditis (sehr häufige Autoimmunkrankheit) fördern oder sogar auslösen könnte. Mit dem Verzehr von grünen Blattgemüse, Champignons, Brokkoli, Cashewnüsse und wenig Meeresalgen sind wir gut mit Jod versorgt. Über Fluorid lesen Sie unter Zentrum der Gesundheit: Fluorid – Spurenelement oder Gift? Bei der Folsäure wird immer noch diskutiert, welche Supplementierung sinnvoll ist (synthetische Folsäure oder Folat). Lebensmittel mit viel Folat (natürliche Folsäure) sind: grünes Blattgemüse, Kräuter, Nüsse, Hülsenfrüchte, Eier, wenig Algen und Sprossen. Und zu guter Letzt haben wir das Natriumnitrit: Es ist für Säuglinge bis zum 6. Lebensmonat schädlich, da es die Funktion des roten Blutfarbstoffes beeinträchtigen und somit zu Sauerstoffengpässen kommen kann. Aus Nitrit können sich im Körper stark krebserregende Nitrosamine entwickeln. Jod und Fluorverbindungen sollen dies noch beschleunigen.

Fazit: Für eine naturbelassene Ernährungsart wie Paleo empfehlen wir Meer- und Steinsalze. Kochsalz enthält u.U. verschiedene problematische Zusätze und wer sich mit Folsäure o.a. Elementen zusätzlich versorgen möchte oder muss, kann dies über ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel tun. Wer auf Salz-Alternativen zurückgreifen möchte, kann Kräutermischungen oder Meersalz mit jodhaltigen Algen (nicht raffiniert und ohne Rieselhilfe; normalerweise in Reformhäusern zu finden) oder Meeresalgen (Achtung: der Jodgehalt ist sehr hoch; nur bei Menschen ohne Schilddrüsenprobleme und in geringen Mengen verspeisen) in den Speiseplan einbauen. Glutamat ist als Würze aber unbedingt zu meiden.

Die richtige Menge

Die Urmenschen starben nicht an Natriumchloridmangel, obwohl sie natürlich nicht mit dem Salzstreuer ausgerüstet waren. Eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel war das Grünzeug. Damals gab es noch keine Kultursalate wie Kopf- oder Eisbergsalat, sondern Wildpflanzen, Blätter und Kräuter. Sie enthielten viel mehr Mineralien und reichlich Natriumchlorid. Probieren Sie z.B. unsere Grünkohl Chips und Sie werden feststellen, dass diese von Natur aus schon salzig sind. Sie assen auch Insekten, blutiges Fleisch und Innereien, welche äusserst reich an Natriumchlorid sind.

Natürlich schwankt der Bedarf an Salz je nach Klimazone, körperlicher Belastung. Offiziell gilt ein täglicher Salzbedarf von 3 bis 5 Gramm für einen durchschnittlich aktiven Menschen. Gemäss verschiedenen Studien essen wir aber zwischen 7 und 12 Gramm pro Tag. Zum Vergleich: Zwei bis drei unbelegte Scheiben Fertigbrot decken Ihren Tagesbedarf an Salz (100 Gramm enthalten ca. 1.5 Gramm Salz). Sie haben diese aber noch nicht belegt, geschweige denn noch zu Mittag oder Abend gegessen und auch noch nicht die gesalzenen Erdnüsse “gesnackt” oder andere Fertigprodukte gegessen. Achten Sie auch auf Ihr Mineralwasser, es kann bis zu 2 Gramm Natriumchlorid pro Liter enthalten.

Wussten Sie, dass Salz tödlich sein kann? Ab einer Menge von 0.5 bis 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht auf einmal eingenommen – also 2 bis 4 Esslöffel Salz – können uns ins Jenseits befördern.

Die Folgen von Salzüberschuss

Ein erhöhter Salzkonsum kann zu Dehydrierung oder Wassereinlagerungen führen. Die Nieren sind bekanntlich für die Regulation des Mineralstoffhaushalts verantwortlich bzw. ein Überschuss an Mineralien wird schnell mit dem Urin ausgeschieden, was zu Wasserverlust und führt und zudem auch andere wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente ausspült, die wir z.B. für unsere Knochen gebrauchen könnten (Stickwort: Osteoporose). Wird jedoch längerfristig zu viel Salz konsumiert, könnte es zu einer Überbelastung der Nieren kommen und ein Teil bleibt notgedrungen im Körper. Da die Konzentration des Natrium und Chlorids immer dieselbe bleiben muss, signalisiert der Körper Durst. Die Folge können Wassereinlagerungen (Ödeme) sein. Somit könnte es den Blutdruck erhöhen. Eine salzarme Kost hat in verschiedenen Studien gezeigt, dass es nicht pauschal den Blutdruck senkt, da eine Hypertonie vielfach die “Nebenwirkung” von Übergewicht, Übersäuerung, Vitamin D-Mangel, Stress oder übermässigem Fleisch-, Zucker-, Getreidekonsum oder eine Kombination von verschiedenen Faktoren ist. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, bei Bluthochdruck eine salzarme Kost zu testen. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu wissen, dass das Natrium-Kalium-Verhältnis im Körper stimmen muss. Vielleicht ist es nicht das Übermass an Natrium, welches Bluthochdruck und/oder Herzprobleme verursacht, sondern ein Mangel an Kalium?

Sole

Das Wissen von der wohltuenden und heilenden Wirkung von Salzkristallen, die in Wasser gelöst sind – der sogenannten Sole – ist ein uralter Erfahrungsschatz. So bieten zahlreiche Heilbäder Soleanwendungen an; sie sollen durchblutungs- und stoffwechselsteigernd, aber sich auch auf das Nervensystem beruhigend auswirken.

Das Natriumchlorid dringt in die Haut ein, wirkt entzündungshemmend und kann den Therapieerfolg etwa bei der Schuppenflechte oder Neurodermitis verbessern. Auch bei Atemwegserkrankungen wie Asthma und Bronchitis helfen salzhaltige Inhalationen. Diese müssen aber über Düsen oder mittels Ultraschall geschehen. Auch das Meer kann als natürlicher Inhalationsraum genutzt werden. Die Kombination von Salz, Luft und Sonne ist übrigens das Behandlungsprinzip der Thalassotherapie.

Salz löst sich innerhalb von einer Stunde in Wasser auf, allerdings nur bis zu ca. 26%. Das restliche Salz sinkt zu Boden und bleibt kristallin bis neues Wasser dazu kommt (in einem Einmachglas ist es unbeschränkt haltbar).

Anwendung

Für die konzentrierte oder verdünnte Solelösung gibt es viele Einsatzgebiete: Augenbäder bei Augenproblemen, Nasenspülungen bei Erkältungen, Umschläge bei Gelenkproblemen. Sehr effektiv ist das “Gurgeln” mit unverdünnter Solelösungen bei Hals- und Schluckbeschwerden (mehrmals vor dem Schlafengehen anwenden).

Vielleicht kennen Sie den Begriff “isotonische Kochsalzlösung”? Dabei handelt es sich um eine 0.9%-ige Kochsalzlösung (Natriumchlorid). Sie wird vielfach als Flüssigkeitstherapie manchen dehydrierten Patienten intravenös verabreicht. Da unser Blut aber noch weitere Elektrolyte wie Kalzium, Kalium etc. beinhaltet, eignet es sich nicht langfristig für eine Flüssigkeitstherapie, kann aber als Trinkkur ein Leben lang praktiziert werden. Denn Sole soll eine ausgleichende Wirkungen auf den Organismus haben, indem es Defizite ausgleicht. Bei Bluthochdruck soll sie blutdrucksendend wirken, bei niedrigem Blutdruck blutdruckaktivierend.

Anleitung: Geben Sie jeden Morgen einen halben bis ganzen Teelöffel in ein grosses Glas Wasser und trinken dieses eine halbe Stunde vor dem Frühstück.

 

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