Geht uns das Wasser aus?

Gepostet in Basiswissen


Im Winter sehnt man sich nach Sonne und Wärme und wenn dann der Sommer lange heiss und trocken wird – wie es im 2003 und nun dieses Jahr war – kann man es nicht erwarten, bis dieser endlich vorbei ist. Und in Zeiten wo man immer wieder von „Klimawandel“ spricht, stellt sich dann auch schnell mal die Frage: Wird das Wasser knapp?

Wasser ist der wertvollste Rohstoff, wertvoller als Erdöl. Es ist schliesslich der Quell allen Lebens. Nur 2.5% dieses Wassers auf unserem Planeten sind süss. Dieser kleine Anteil wird aber verschwendet, verdreckt, vergiftet und ist auch noch ungerecht verteilt. Seit 1950 hat sich die Weltbevölkerung verdreifacht, der Wasserkonsum etwa versechsfacht.

Weltweit nehmen Dürren und Waldbrände zu und das nicht ersetzbare Grundwasser schwindet. Wer ist daran schuld? Sind es die Verbraucher, die in wasserreichen Regionen leben wie Deutschland und der Schweiz, die spanische Erdbeeren kaufen und damit eine Landwirtschaft an Orten ermöglichen, wo sie eigentlich nicht hingehört? Der Anbau der Erdbeeren ist z.B. sehr wasserintensiv und es ist schon länger bekannt, dass Spanien Wasserknappheit hat und der Süden am Austrocknen ist. Wenn das so weitergeht, wird dieser Landesteil bis Mitte des Jahrhunderts in eine Wüstenlandschaft verwandelt.

Und was ist mit den in Kalifornien angebauten Orangen- und Zitronenbäumen, Gemüsesorten und Nüssen, die nach Kanada und Europa geschifft werden? Flüsse und Seen trocknen im „The Golden State“ aus und viele Bauern stehen vor dem Bankrott. Um Grundwasser zu finden, muss man immer tiefer bohren, was teuer ist und das Risiko erhöht, dass der Boden unter ihnen absackt, im Extremfall bis zu drei Meter pro Jahr. Das führt zu instabilen Brücken, Bewässerungskanäle und Strassen gehen kaputt. Dieses Grundwasser erneuert sich nicht; es ist viele Tausend Jahre alt.

Im 2010 haben die Vereinten Nationen erklärt, dass der Zugang zu Wasser ein Menschrecht ist. Und am Weltwirtschaftsforum in Davos anfangs 2015 hielt man von allen gesellschaftlichen und ökonomischen Risiken wie Kriege, Massenvernichtungswaffen und Seuchen die Wasserkrisen als die grösste Herausforderung der Zukunft.

In Bolivien führte das nasse Gut bereits zum Wasserkrieg und das Wasser der Millionen-Metropole Sao Paolo wird mittlerweile aus über hundert Kilometer entfernten Stauseen in die Stadt geleitet, weil die unzähligen Flüsse in der Stadt der Entsorgung der Fäkalien dienen (der Bau von Kläranlagen und Abwasserleitungen bringt bei Wahlen keine Stimmen). In Indien und Mexiko gab es grosse Proteste gegen Soda-Companies wie Coca-Cola, weil diese zu viel Wasser für Ihre Softdrinks-Fabriken brauchen. Interessantes Interview von Dr. Mercola mit Dr. Marion Nestle (ab 10. Minute geht es um den Wasserverbrauch. Fazit: wenn man alles einrechnet, also das Wasser für das Wachstum von Zuckerrohr oder Zuckerrüben o.a. Zucker, Reinigung der Flaschen und Betreibung der Fabriken etc. kommen unabhängige Schätzer auf 300 bis 600 Liter pro Flasche Soda!).

Israel, weder mit Wasser noch Frieden gesegnet, hat Rezepte gefunden, von denen auch andere lernen können. Aus dem Mittelmeer wird Salzwasser in die Anlagen gepumpt und gereinigt. Isländische Unternehmen planen gar, einheimisches Wasser in riesigen Tankern weltweit zu verschiffen.

Denn während Politiker noch vor der Einsicht zurückschrecken, dass Wasser kein unerschöpflicher Rohstoff ist, haben Konzerne und Investoren die Risiken der Knappheit längst erkannt. Wasser könnte eine neue Anlageklasse werden und andere wie Edelmetalle oder Erdöl in den Schatten stellen. Wie lukrativ das Geschäft mit dem Wasser ist, zeigt sich am Anstieg verschiedener „Wasser“-Aktien oder –Fonds, welche in den letzten 3 Jahren überdurchschnittliche Renditen pro Jahr verzeichneten.

Trinkwasser: Pet, Hahnenwasser oder Glasflaschen?

Wenn es um Trinkwasser geht, kommt meistens die Frage auf nach der „Verpackung“ oder ob man nicht besser auf das kostenlose Leitungswasser ausweichen sollte? Unter diesem Link hören Sie eine interessante und kurze Dokumentation (8 Minuten). Es geht auf verschiedene Aspekte ein und ist äusserst unterhaltsam und anschaulich dargestellt. Sehr empfehlenswert!

Wasser mit oder ohne Kohlensäure?

Wasser, das mit Kohlensäure versetzt wurde, ist länger haltbar und schmeckt prickelnd. Damit erschöpfen sich auch schon die Vorteile, denn Kohlensäure ist eine Säure, die normalerweise nicht im Wasser vorkommt. Sie wird mit Hilfe eines industriellen Verfahrens hergestellt und dem Wasser nachträglich zugesetzt. Es kann auch zu Aufstossen, Blähungen und Verstärkung von vorhandenem Sodbrennen sorgen.

Fazit:

Pet ist keine Alternative. Erstens ist vielfach Leitungswasser drin, welches wir natürlich überzahlen und zweitens sind die Weichmacher in der Flasche höchst problematisch. Dem sogenannten Bisphenol A wird eine hormonähnliche Wirkung nachgesagt, die unserer Gesundheit schaden kann. Auch versinken wir in Plastikberge bzw. 80% des Plastiks, welches anscheinend „recycled“ werden sollte, wird nach Indien geschifft, wo es auf irgendeine Weise vernichtet oder vergraben wird.

Bei Leitungswasser wird vielfach darauf hingewiesen, dass gewisse Rückstände wie Chlor und Medikamentenwirkstoffe nicht rausgefiltert werden können. Anscheinend soll die Pet-Industrie grosses Interesse an der Verbreitung solcher Meldungen haben. Wenigstens wird dieses bei uns nicht mehr mit Fluorid angereichert.

Am Schluss landen wir wieder bei der guten alten und wiederverwertbaren Glasflasche, welche die beste Lösung darstellt. Vor allem, wenn das Wasser lokal oder zumindest aus dem eigenen Lande stammt und nicht von irgendwo her gekarrt wird.

Und übrigens: Trinken Sie genug Wasser?

Wassermangel bzw. Dehydrierung kann Gesundheitsbeschwerden aller Art auslösen wie Bluthochdruck, Stimmungsschwankungen, Übergewicht, Nierensteine, Leistungseinbrüche beim Sport etc. Unsere Kollegin Julia Gruber hat eine hilfreich Richtlinie unter Punkt 5 in ihrem Artikel drin. Allerdings gilt es nicht zu übertreiben mit dem klaren Nass, denn Gemüse und Früchte beinhalten Pflanzenwasser, also das reinste Wasser neben dem Quellwasser. Und Gemüse sollte – zumindest wenn man sich an Paleo orientiert – reichlich auf den Tisch kommen. Am besten trinken Sie stilles Wasser, denn unser Körper besteht zu 70% aus Wasser und braucht dieses folglich. Wer sich zuerst wieder daran gewöhnen muss, kann dieses mit Schnitzen von Zitronen, Orangen, Apfel, Gurken und ein paar frischen Minzeblättern aufpeppen.

Quelle für den Text: Der Spiegel Nr. 33: Welt ohne Wasser

> Dr. Mercola: Drinking Water Helps Prevent Kidney Stones

 

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