Apfelessig: Der Dauerbrenner

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Essig soll um 5000 v.Chr. entdeckt worden sein, wenn sich unbeaufsichtigter Weinsaft in Essig verwandelte. Die gefürchtete „zweite Gärung“ begleitete die Menschen, weil ihre Arbeit für die Weinherstellung eines ganzen Jahres wertlos wurde.

Bald sollte sich aber herausstellen, dass sich das saure Ergebnis hervorragend für vielerlei Einsätze eignete: Zuerst als Konservierungsmittel für Esswaren, nachher für den Einsatz im Haushalt und in der Antike kamen auch die gesundheitsfördernden Eigenschaften zu Tage.

Essig hat sich in der heutigen Zeit zum Kultprodukt entwickelt und ist schon lange mehr als „nur“ ein Würzmittel für Speisen. Längst findet sich sowohl in der „normalen“ als auch in der anspruchsvollen Küche eine beachtliche Anzahl an unterschiedlichen Essigspezialitäten.

Bereits die legendäre ägyptische Königin Kleopatra soll die Vorzüge von Essig im Bereich der Kosmetik gekannt und genutzt haben. Schon früh wurde Essig wegen seiner reinigenden und desinfizierenden Wirkung zur Schönheitspflege verwendet und kann in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Auch hat der Essig wieder Einzug in die Hausapotheke gefunden und wird dort gerne als Hausmittel bei Krankheiten eingesetzt.

Apfelessig soll gemäss verschiedenen Quellen bei der Verdauung helfen, Sodbrennen lindern, bei Verstopfung helfen, den Blutzuckerspiegel senken, das Cholesterin positiv beeinflussen. Ferner wird ihm eine Krebs bekämpfende Wirkung nachgesagt.

Aber auch bei der Verdauung von Fetten und Kohlenhydraten soll dieser behilflich sein, Heisshungerattacken vorbeugen und satt machen, weshalb dieser in zahlreichen Schlankheitsdiäten und Entschlackungskuren als Fatburner eingesetzt wird.

Ob es nun an den vielen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen des Apfels hängt oder die Essigsäure dem Apfelessig so vielfältige Wirkungen beschert, ist bis heute nicht geklärt.

Apfelessig zum Frühstück

Der Apfelessig ist als erfrischenden und belebenden Morgentrunk sehr beliebt: ein bis zwei Teelöffel Apfelessig in ein Glas zimmerwarmes stilles Wasser geben und auf nüchternen Magen trinken. Menschen, die es lieber etwas süsser haben, verfeinern den Trunk mit einem halben Teelöffel Honig. Sie sollten bei der Anwendung jedoch Folgendes beachten: Trinken Sie Apfelessig nie pur, da durch die hohe Säurekonzentration der Magen gereizt würde. Auch ist hin und wieder eine Pause angesagt.

Apfelessig als natürliche Schönheitspflege und Hygiene

Gesichts-Tonic: Essig kann gut überschüssiges Hautfett binden, gegen Unreinheiten wirken und daher als Gesichtswasser eingesetzt werden: Reinigen Sie Ihr Gesicht wie gewohnt. Tränken Sie einen Wattebausch (Essig und Wasser im Verhältnis 1:1) und betupfen Sie damit fettige und unreine Hautstellen. Als natürliche und desinfizierende Crème können Sie anschliessend Kokosöl auftragen.

Pflege nach der Rasur: Auch nach dem Rasieren kann die gleiche Anwendung wie beim Tonic zum Einsatz kommen (Apfelessig und Kokosöl).

Glänzendes Haar: Glanzloses, stumpfes Haar kann mit einer Essigspülung belebt werden: Hierfür 3 Esslöffel Apfelessig auf ½ Liter Wasser geben und auf die gewaschenen Haare auftragen. Ein Auswaschen ist nicht notwendig, denn der Geruch verschwindet, wenn die Haare trocken sind. Ihre Haare erhalten wieder seidigen Glanz.

Schuppen: Apfelessig ist ein wunderbares Hausmittel gegen Schuppen, da die Säure Pilze und Bakterien vernichtet: Apfelessig und Wasser zu gleichen Teilen mischen und auf die Kopfhaut sprühen oder auftragen. Haare in ein Tuch wickeln und eine Stunde ziehen lassen. Anschliessend ausspülen. 1 bis 2 Mal pro Woche anwenden.

Belebendes Bad: Belebend und anregend für den ganzen Körper kann ein Vollbad mit Essig wirken: zwei Tassen milden Essig in das angenehm temperierte Badewasser geben. Entspannen Sie sich nun für 20 Minuten.

Geruchsneutralisierung: Apfelessig tötet geruchsbildende Bakterien. Als Deodorant oder gegen Fussschweissgeruch einfach etwas Apfelessig unter die Achselhöhlen bzw. auf die Füsse sprühen oder auftragen.

Apfelessig bei harmlosen Krankheiten und Beschwerden

Schwellungen und Prellungen: Essigwickel sollen Schwellungen und Prellungen lindern: 1 Esslöffel Essig auf 1 Liter Wasser geben, ein Tuch darin tränken, auswringen und auf die zu behandelnde Körperstelle legen.

Fieber: Essigwickel oder -socken gegen Fieber: Der Körper muss völlig warm sein (inklusive Hände und Füsse) und der Patient nicht frieren. 1 bis 2 Esslöffel Essig in warmes Wasser (35 bis 36°C) geben, Tücher oder Wollsocken knapp auswringen, um Füsse und Waden legen bzw. darüber ziehen und mit trockenen Tüchern einpacken. Nach etwa 10 Minuten wechseln. Allenfalls wiederholen.

Halsschmerzen: Die antibakteriellen Eigenschaften in Apfelessig können Halsschmerzen lindern: 1/3 Apfelessig und 2/3 warmes Wasser mischen und gurgeln.

Mückenstiche und Sonnenbrand: Auch soll Apfelessig Mücken abwehren bzw. den Juckreiz und Schwellung, aber auch Sonnenbrand mildern: etwas Essig auf einen Wattebausch geben und die betroffenen Stellen damit einreiben oder ein Bad nehmen (siehe belebendes Bad weiter oben).

Mundspülung: Eine Mundspülung mit Essigwasser gilt als gutes Mittel gegen Zahnfleischbluten und als effektive Reinigung des Mund-Rachen-Raumes: hierfür 3 Esslöffel Essig auf ein Glas Wasser geben. Zu beachten ist allerdings, dass häufiger Konsum von Essig, bei dem es Kontakt mit den Zähnen gibt, zu Zahnerosion führen kann.

Pilze und Bakterien: Apfelessig kann bekanntlich sehr gut zur Konservierung von Gemüse eingesetzt werden, da die Säuren dafür sorgen, dass das Gemüse nicht verdirbt. Sie weisen pilzfeindliche und antimikrobielle Eigenschaften, die auch im Körper wirken. Bei Blasen- und Nasennebenhöhlenentzündungen soll Apfelessig durchschlagende Wirkung zeigen (dreimal täglich einen Esslöffel Apfelessig in einem Glas Wasser trinken).

Sodbrennen: Sodbrennen entsteht typischerweise wenn wir zu wenig Säure im Magen haben (und nicht zu viel!). Um den Säureanteil zu erhöhen, trinken Sie täglich ein grosses Glas stilles Wasser mit einem  Esslöffel Apfelessig.

Warzen: Apfelessig soll als Behandlung gegen die lästigen aber in der Regel harmlosen Hauwucherungen helfen: etwas Apfelessig auf einen Wattebausch geben, auf die Warze legen, die Stelle abdecken und über Nacht einwirken lassen.

Apfelessig zum Kochen

Es gibt viele kreative Arten für den Einsatz von Apfelessig in der Küche. Es ist das ideale Würzmittel und sein frisch-fruchtiger, süss-säuerlicher Geschmack rundet viele Gerichte vorzüglich ab und macht sie darüber hinaus sehr bekömmlich. Nur wenige Tropfen der goldbraunen Flüssigkeit genügen, um Salatsaucen (speziell für Gurkensalat), Eintöpfe und Suppen, Fisch und Gemüse zu verfeinern. Auch in Marinaden ist Apfelessig beliebt, da es das Fleisch zart macht. Auch wird vielfach 1 bis 2 Esslöffel Apfelessig einer Kraftbrühe beigemischt um die wertvollen Minerale in den Knochen zu lösen.

Reinigen und entkalken mit Apfelessig

Die antibakterielle Wirkung von Apfelessig kann man sich im Haushalt zunutze machen. So lassen sich mit ihm wunderbar Küche, Kühlschrank und Bad, Plattenböden auf natürliche Art und Weise reinigen und desinfizieren und schlechte Gerüche im Haus entfernen (1 Teil Essig mit 1 bis 2 Teile Wasser vermischen, in eine Sprühflasche füllen und los geht’s). Konventionelle Reinigungsmittel enthalten heutzutage leider viele aggressive und schädliche Stoffe und Dämpfe. Auch Früchte und Gemüse können von Pestiziden und Bakterien befreit werden: 10% Apfelessig in 90% Wasser giessen und die Rohkost darin waschen (nicht für empfindliche Sorten wie Beeren geeignet). Und ein toller Nebeneffekt des Apfelessigs: Er hilft, wie anderer Essig auch, effektiv gegen unschöne Kalkflecken im Waschbecken. Auch Töpfe, auf deren Boden sich Kalk abgesetzt hat, werden wieder blitzblank.

Und zu guter Letzt eignet sich Apfelessig (oder auch konventioneller Essig) bestens für die gründliche Reinigung des Katzenklos. Einfach etwas puren Essig auf die verkalkten Stellen geben und einwirken lassen. Anschliessend mit einer Stahlwolle ausreiben und mit Wasser ausspülen.

Die Qualität – naturtrüb und unpasteurisiert

Apfelessig sollte in natürlicher und unerhitzter Form verwendet werden. Er ist dann ein enzymatisch hochaktives und lebendiges Produkt mit den genannten zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen. Wird der Apfelessig hingegen gefiltert und anschliessend pasteurisiert, also erhitzt, dann geht sein enormes Wirkpotential verloren. Auch sollte dieser nicht aus einer Mischung aus Saftkonzentrat und Billigessig bestehen und aus ganzen Äpfeln (und nicht nur aus Schalen und Kerngehäusen) hergestellt sein. Am besten sind Bio-Äpfel aus regionalem Anbau. Auch plädieren wir für Apfelessig in Glas- anstatt Pet-Flaschen.

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