Nahrungsergänzungsmittel: Segen oder Fluch?

Gepostet in Basiswissen


Die Verkaufszahlen der Nahrungsergänzungsmittel boomen, während sich der Konsum von Obst und Gemüse noch immer auf ein niedriges Niveau bewegt. Erstere entwickeln sich offenbar zu einem unverzichtbaren Bestandteil der modernen Ernährung – und das nicht nur im Winter. Doch bringen diese Ersatzprodukte für eine gesunde Ernährung wirklich die erwünschten Effekte oder sind sie gar schädlich?

Wozu dienen Nahrungsergänzungsmittel?

Ursprünglich wurden Nahrungsergänzungspräparate entwickelt, um kranken Menschen entgegenzukommen, die Eiweisse, Vitamine, Mineralien u.a. Mikronährstoffe nicht auf natürliche Weise aufnehmen konnten. Auf diese Weise wurden sie wieder schneller gesund. Nachher waren es Berufssportler, Bodybuilder oder engagierte Freizeitsportler, die sich mit den leistungssteigernden Effekten vertraut machten. Einen kommerziellen Handel mit diesen Präparaten gab es früher nicht. Heute gibt es ein sehr grosses Angebot an jeder Ecke und der Verbraucher blickt kaum noch durch.

Pro und contra

Dosierung: Die meisten Präparate hierzulande weisen eine zu niedrige Dosierung auf, weil sie sonst als Arzneimittel eingestuft würden und nur noch über die Apotheke zu beziehen wären. Analysen mehrerer unabhängiger Labors haben z.B. gezeigt, dass der Resveratrolgehalt in einem einzigen Glas gutem Rotwein Tausenden von Tabletten entspricht.

Zusammensetzung: Ein weiterer entscheidender Faktor ist das Verhältnis von Nährstoffen. Viele Multivitamintabletten weisen eine wahllose Zusammensetzung auf und sind mit gewissen Nährstoffen überdosiert, während andere auf der Strecke bleiben. Lassen Sie sich von einem Experten beraten und kaufen Sie Multivitamine nie in einem Supermarkt oder in Brausetablettenform.

Überdosierung gewisser Substanzen: Chemisch synthetisierte Multivitaminpräparate enthalten Substanzen, welche die Nährstoffe an die richtigen Orte im Körper transportieren sollen, die dieser gleichzeitig wieder abbauen und ausscheiden muss. Wenn der Körper nun gewisse Substanzen nicht braucht, muss er diese Abfallprodukte gleich entsorgen. Der eine Körper schafft das, der andere nicht. Das kann im letzteren Fall zu einer Irritation des Organismus und somit zu Erkrankungen führen.

Qualität: Die Qualität und die sinnvolle Zusammensetzung sind von entscheidender Bedeutung. Während einige Formen von Inhaltsstoffen vom Körper schlichtweg nicht oder nur wenig absorbiert werden, können andere mehr schaden als helfen. Weiter muss man bedenken, dass die natürlichen Schutzmoleküle der Pflanzen normalerweise im Inneren der Zellkompartimente gut vor Zersetzung geschützt sind. Wenn diese Zellkompartimente extrahiert werden, dann sind die Moleküle der Luft und Abbauenzymen ausgesetzt, was ihre Zerstörung durch Oxidation oder Enzymabbau zur Folge hat. Die meisten Produkte enthalten überdies künstliche Süssstoffe.

Black Box: Falls eine Besserung der Symptome auftritt, ist es bei Multivitaminpräparaten schwierig zu eruieren, welcher Inhaltsstoff dafür verantwortlich ist. Vielfach wird z.B. Magnesium oder Vitamin D zugemischt, welche für viele Funktionen im Körper verantwortlich sind. Dieses könnte man auch isoliert zu sich nehmen.

Nicht vollumfänglich abgedeckt: Künstlichen Präparaten fehlen die sekundären Pflanzenstoffe. Zur Ihrer Information: Es gibt 13 Vitamine (Vitamin A, acht B-Vitamine, Vitamin C, D, E, und K), 13 Mineralien (z.B. Kalzium, Magnesium) und Spurenelemente (z.B. Kupfer, Mangan, Zink), 9 Aminosäuren (z.B. Asparagin im Spargel), 2 Fettsäuren (in gesättigten und ungesättigten Fetten) und sage und schreibe über 20‘000 sekundäre Pflanzenstoffe (wie Carotinoide). Diese sind phytochemische Wirkstoffe, welche die Pflanzen entwickelt haben, um sich zu verteidigen und ihre Gesundheit zu schützen. Es ist sicher, dass sie alle eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Zellen spielen. Eine schlichte Mahlzeit kann so mehrere tausend sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Und es ist mit Sicherheit eine Illusion, so grundlegende Lieferanten wie Obst und Gemüse durch Moleküle in Tablettenform zu ersetzen.

Teuer: Der Kauf der Präparate ist in der Schweiz meistens ein ziemlich kostspieliges Unterfangen.

Der nötige „Kick“: Um einen Mangel an Nährstoffen verursacht durch Diäten, Fehlernährung (Zucker soll u.a. wichtige B-Vitamine und Kalzium rauben), bei grossen Belastungen, aber auch in der Schwangerschaft, Stillzeit und in den Wechseljahren, bei Krankheit oder nach einem Unfall ist es existenziell wichtig, Defizite auszugleichen. Eine gezielte Ergänzung füllt die Depots auf, reinigt den Körper und löst Blockaden (z.B. durch Operationen und Narbengewebe verursacht) und bringt den Körper innert nützlicher Frist wieder in ein stabiles Gleichgewicht.

Der Placebo-Effekt: Gewissen Menschen hilft es mental, wenn sie ein Präparat bekommen, sei es um wieder ganz gesund zu werden, um die Gesundheit zu optimieren oder um abzunehmen. Der positive Glaube, dass man ein erfolgversprechendes Mittel bekommt, welches Unterstützung bietet, kann sehr motivierend sein, die nötigen Veränderungen in seinem Lebensstil anzupacken und durchzuziehen.

Mangel identifizieren

Laboruntersuchung: Mit einer Laboruntersuchung beim Arzt sollte es möglich sein, die individuelle Versorgungslage herauszufinden, siehe Dr. Mercola mit “Blood Tests I Advise Performing Annually“.

• Ernährungsfachkräfte oder alternative Medizin: Wenn die ärztliche Abklärung nicht weiterhilft, weil z.B. Blockaden, Verdauungsstörungen und Wasseransammlungen im Körper bestehen, können Ernährungsfachkräfte, BioSignature PractionerVitalstoffexperten oder auch Naturärzte (z.B. Bioresonanz, Kinesiologie) helfen. Mit gezielten und individuell abgestimmten Nahrungsergänzungen kann vielfach das Problem nebenwirkungsfrei gelöst werden.

Fazit: Zusammenfassend ist zu sagen, dass ein Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen wichtigen Wirkstoffen aufgrund einer unzureichenden Versorgung mit täglichem Konsum von Obst und Gemüse oder deren schlechte Qualität, aber auch hochwertigen Fetten und guten Proteinen nicht dadurch ausgeglichen werden kann, dass man nach dem “Giesskannenprinzip” Ergänzungspräparate zu sich nimmt. Trotzdem haben Präparate ihre Berechtigung, wenn es um eine effiziente Behebung eines akuten Mangels geht. Der Einsatz sollte aber gezielt, zeitlich begrenzt, richtig dosiert und sinnvoll zusammengesetzt und nur mit qualitativ hochstehenden Präparaten erfolgen (ohne künstliche Süssstoffe drin).

Eine empfehlenswerte Nahrungsergänzung ist jedoch in fast jedem Fall Magnesium. Auch naturbelassene Produkte enthalten heutzutage – durch die zunehmende Beanspruchung der Böden – nicht mehr die nötige Menge an diesem wichtigen Mineral. Weitere weit verbreitete Defizite sind: Vitamin D, Omega 3 und andere 8 Mikronährstoffe.

Und noch ein Wort zu guter Letzt

Die Geschäfte sind voll von Produkten, welche mit modernen Hightech-Zusätzen aufgerüstet sind: Vitamine, Mineralien, extra Bakterien, weniger Fett und Cholesterin in Margarine, Gummibärchen usw. Zugesetzte künstliche Nahrungsergänzungen haben in Produkten nichts verloren! Als Faustregel gilt: kaufen Sie keine Produkte, die als besonders gesund angepriesen werden.

> PALEOSOPHIE: Vitamine, Mineralien, Mikronährstoffe: Welche sind die wichtigsten?

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