Kohlenhydrate abends verboten. Oder doch nicht?

Gepostet in Basiswissen


Wer abends auf Kohlenhydrate verzichtet, hat gute Chancen zum Abnehmen. Nachts kann der Körper ungestört Fett verbrennen, weil der Blutzuckerspiegel und somit das Speicherhormon Insulin nicht ansteigt. Das ist zumindest die gängige Meinung.

Wer sich gemäss Paleo ernährt, weiss, dass es verschiedene Arten von Kohlenhydraten gibt. Die „schnell verdaulichen“ Energielieferanten gehen schnell ins Blut über und verursachen einen Insulinanstieg. Dies hemmt die Fettverbrennung. Der Blutzucker sinkt wieder steil ab, der Körper ist unterzuckert, meldet Heisshunger: der nächste Snack ist fällig…

Es kommt auf die Art der Kohlenhydrate an

Um die Höhen und Tiefen in unserem Energiehaushalt und unserer Stimmung zu vermeiden, bevorzugt Paleo die Kohlenhydrate, welche einen stabilen Blutzuckerspiegel hervorrufen. Auch wird speziell auf ballaststoffreiche Produkte gesetzt, welche einen hohen Vitamin- und Mineraliengehalt haben, gut sättigen und zudem glutenfrei sind. Die „guten“ Kohlenhydrate sind v.a. zu finden in:

  • Obst mit niedrigem Zucker- und hohem Ballastgehalt wie alle Arten von Beeren, Avocado, Nektarinen, Grapefruits oder Pflaumen (auch zu erwähnen gilt: je dunkler und “dünnhäutiger” die Frucht, umso mehr Antioxidantien enthält sie)
  • stärkehaltigem Gemüse wie Süsskartoffeln und Kochbananen (auch Mehlbanane genannt), Pastinaken, rote Bete, Zwiebeln, Kürbis, Kohlrabi, Karotten
  • Wurzeln wie Yuca (auch Maniok genannt)

Die oben genannte Obst- und Gemüsearten sowie Wurzeln weisen trotz verhältnismässig hohem Kohlenhydratanteil kaum einen Anstieg des Blutzuckerspiegels auf.

Bei grosser körperlicher Belastung oder sportlicher Aktivität können auch nicht rein Paleo-konforme Kohlenhydrate wie

  • Reis (auch z.B. in Form von asiatischen Reisnudeln)
  • Kartoffeln

zum Einsatz kommen, wenn die Kohlenhydratspeicher vor einem Wettkampf und vor allem nachher, wieder (auf)gefüllt werden müssen.

Schlank im Schlaf

Gute Nachtruhe ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion. Studien haben gezeigt, dass sich zu wenig Schlaf genauso auf den Bauch niederschlägt, wie eine kohlenhydratreiche Ernährung. Die vielzitierten 7 bis 8 Stunden Schlaf sollten eingehalten werden. Gehen Sie möglichst vor Mitternacht zu Bett und achten Sie auf einen ungestörten Schlaf bis in die Morgenstunden. Der Cortisol-Spiegel sinkt normalerweise zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens auf seinen Tiefpunkt. In dieser Zeit kann sich der Körper erholen und die Vitamine (z.B. Vitamin D) können ihre Wirkung sehr gut entfalten. Es ist schon länger bekannt, dass Menschen, die in Wechselschicht arbeiten viel höhere Konzentration des Stresshormons Cortisol aufweisen und als Folge davon einen höheren Blutdruck und mehr Bauchumfang haben als Mitarbeiter im normalen Tagesdienst.

Kohlenhydrate machen müde

Kaum zurück vom Mittagessen, stellt sich Müdigkeit ein. Kennen Sie das? Mit grösster Wahrscheinlichkeit liegt der Grund für das Mittagstief darin, dass Sie gerade eine Kohlenhydrat-Bombe verspeist haben (Pasta, Pizza etc.). Forscher wollen nämlich herausgefunden haben, dass kohlenhydratreiche Mahlzeiten einen negativen Einfluss auf die schlafregulierenden Zellen haben und somit müder machen als proteinreiche Gerichte.

Kohlenhydrate für Ihre Zwecke nutzen

Wenn Sie also am Tag fit sein und nachts einen wohligen Schlaf haben möchten, sollten Sie den Verzehr von guten kohlenhydratreicheren Lebensmitteln wie Süsskartoffeln, Kochbananen oder auch mal Reis und Kartoffeln auf das Abendessen verlegen. Am besten wählen Sie die Tage dafür aus, wo Sie sich die Energiezufuhr mit Sport oder Bewegung verdient haben.

Zeitpunkt des Abendessens

Es wird allgemein empfohlen, 3 Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr zu essen.

> Dr. Mercola: Quality Versus Quantity When It Comes to Healthy Carbs, Most Americans Eat Too Frequently to Achieve Weight Loss

1 Kommentar

  1. Danke für diesen Interessanten Post! mal eine ganz andere Perspektive und einen Versuch wert dies im Alltagsleben einzubauen.

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