Magnesium, das Wundermittel

Gepostet in Basiswissen


Magnesium ist mit Sicherheit eines der wichtigsten Nährstoffe im menschlichen Körper und an zahlreichen Schlüsselfunktionen beteiligt. Es steuert Muskel- und Nervenfunktionen und hilft dem Körper Kalzium, Vitamin D und C aufzunehmen. Somit ist es am Aufbau und an der Erhaltung starker Knochen (Stichwort: Osteoporose) und Zähne entscheidend beteiligt.

Es sind bislang über 300 Enzyme bekannt, die für ihre Aktivität Magnesium benötigen.

Magnesiummangel erkennen

Weniger bekannt ist, dass die meisten Menschen an Unterversorgung mit Magnesium leiden. Unsere Lebensmittel enthalten immer weniger Magnesium und bei Stress, Fehlernährung, Krankheit, Medikamenteneinnahme (wichtig zu wissen: Medikamente binden Magnesium!) oder bei schwangeren und stillenden Frauen, Kindern, Jugendlichen, sportlich sehr aktiven Menschen ist der Bedarf noch höher. Kurzfristige Engpässe bei der Magnesiumaufnahme werden durch die Vorräte in den Knochen überbrückt. Bei längeren Phasen an Unterversorgung können allerdings chronische Mängel auftreten und sich als folgenschwere Gesundheitsprobleme entpuppen.

Eine Unterversorgung mit Magnesium kann schwerwiegende und diffuse Krankheitsbilder erzeugen wie z.B.:

– Fressattacken

– Burnout, Depression, Angstzustände, Panikattacken, Nervosität*

– Muskel- und Wadenkrämpfe (häufigste Symptome)*

– Entzündungen der Muskeln und Gelenke (z.B. Rückenschmerzen)*

– Herzrhythmusstörungen und Herzrasen*

– Hörsturz und Tinnitus*

– Schwindel, Konzentrationsschwäche, Erschöpfung*

– Schlafstörungen*

– Kopfschmerzen und Migräne*

– Taubes Gefühl oder Kribbeln in den Gliedmassen* und nervöses Lidzucken

– Brüchige Nägel, Haarausfall

– Verstopfung und vieles mehr

Magnesiummangel führt zu Fressattacken?

Wenn dem Körper Mineralstoffe fehlen, entwickelt er manchmal eine Fresssucht. Dies ist vielfach nur ein Verlangen nach Mineralstoffen. Wenn Sie also Gelüste nach Schokolade haben, könnte dahinter auch ein Magnesiummangel stecken. Kakao ist sehr magnesiumreicht und so erhofft sich der Körper seinen Bedarf mit Schokolade decken zu können. Wird das Signal falsch interpretiert und dem Körper noch mehr leere Kalorien zugeführt, führt das zu Übergewicht. Wenn dann den angesammelten Pfunden der Kampf in Form einer vitamin- oder mineralarmen Diät angesagt wird, befindet sich der Körper in einem Teufelskreis und der Jo-Jo-Effekt ist garantiert.

Magnesium hat aber auch eine wichtige Aufgabe beim Gewichtsmanagement. Es hilft bei der Glukose-Regulation im Körper und spielt eine entscheidende Rolle in der Insulinsensibilität.

Magnesiummangel kann zu Burnout und Depression führen

Auffälligkeiten im Magnesium-Haushalt werden mit dem Burnout-Syndrom und Depressionen, welche gemäss WHO in den nächsten Jahren die häufigsten Krankheiten sein werden, in Verbindung gebracht. In beiden Fällen sinken die Stimmungshormone Serotonin und Noradrenalin im Gehirn deutlich ab. Wenn diese mentalen Hormone für gute Laune und Antrieb verringert werden, steigt das Cortisol (Stresshormon) und die gefühlte Arbeitsbelastung. Das erhöhte Stresshormon im Blut hemmt die Produktion der Stimmungshormone, weder Blutgefässe noch Muskeln können entspannen, der Blutdruck steigt, der Herzmuskel verkrampft sich, das Herz pocht wild und der Atem wird flach. Mehr Magnesium wird gebraucht und vermehrt ausgeschüttet, und das wiederum erhöht die Magnesiumausscheidung über den Urin. Zudem produziert Cortisol das ungeliebte Bauchfett, auch wenn wir nicht mehr als sonst futtern, was z.B. Herz-Kreislauf-Krankheiten begünstigt. Ein Teufelskreis beginnt…

Magnesium – das Anti-Stress-Mineral

Eine Zufuhr von Magnesium führt zu einer Verbesserung des Zustandsbildes von chronisch erschöpften Personen, da es einen beruhigenden Effekt auf das Nervensystem aufweist. Zudem ist Magnesium Rohstoff für das Glückshormon Serotonin, was eine Entspannung und Wohlbefinden mit sich bringt. Auch beeinflusst Magnesium die Cortisolproduktion und hilft so nach Stress-Situationen wieder in einen entspannten Zustand zurück zu kehren. Weiter ist Magnesium indirekt ein Rohstoff für das Hormon Melatonin, welches für die Tiefschlafphase notwendig ist.

Magnesium macht leistungsfähiger und fördert die Konzentration

Unzählige weitere Studien belegen den positiven Effekt von Magnesium, speziell in Bezug auf die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit, sowie Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit. Kinder mit ADS weisen oft niedrige Magnesiumwerte auf, warum auch schon den Kleinsten Magnesium verschrieben wird. Laut den Forschern hat es nebst dem beruhigenden Effekt auch eine Verbesserung der Gehirnaktivität zur Folge. Bis heute sind über 100 gesundheitliche Vorteile von Magnesium dokumentiert.

Magnesiummangel beheben

Bio-Produkte: Bevorzugen Sie Lebensmittel aus biologischer Erzeugung und erhöhen Sie den Rohkostanteil in Ihrer Ernährung. Magnesiumreiche Lebensmittel sind z.B. Amaranth, Quinoa, Bananen, Avocados, Meeresalgen, Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Sesam, Mandeln, Kernelnüsse, grüne Blattgemüse und Kräuter.

Hochwertige Nahrungsergänzungsmittel: Eine geeignete Magnesiumdosierung ist mit der Ernährung kaum möglich, da unsere Böden zunehmend ausgelaugt und deshalb magnesiumarm sind. Ausserdem hemmt die Anwendung von Kunstdünger die Aufnahme von Magnesium in der Pflanze. Daher sollte – zusätzlich zu einer gesunden, regelmässigen Ernährung – Magnesium längerfristig zugeführt werden. Für eine erwachsene Person wird im Durchschnitt mind. 400 mg pro Tag empfohlen. Zum Vergleich: ein Teelöffel Mandeln enthält 33 mg. Sehr viel einfacher scheint eine Magnesiumversorgung mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln zu sein. Empfohlen wird eine tägliche zusätzliche Aufnahme von mind. 300 mg. Bei einer allfälligen Unterversorgung macht es Sinn, eine Zeitlang sogar 600 mg bis 900 mg pro Tag (aufgeteilt in 2 bis 3 Dosen) zu supplementieren (starten Sie am besten langsam, d.h. mit 300 mg pro Tag und erhöhen nach ein paar Tagen die Dosis).

Helfen Sie ihrem Körper mit Präparaten auf die Sprünge

Hier ist eine gewisse Sorgfalt bei der Auswahl dringend erforderlich. Nicht überall, wo Magnesium draufsteht, ist auch welches drin. Es sollte sich um organische und somit leicht verwertbare Mineralstoffkomplexe handeln, keine künstliche Süssstoffe enthalten und nicht mit „oxid“ enden (siehe Inhaltsstoffe auf Verpackung; also kein Magnesiumoxid, besser Magnesiumcitrat, -chlorid, -glycinat, -taurat, -orotat, Magnesium Malate etc.). Diese sind nicht apothekenpflichtig und daher auch in Drogerien und Reformhäusern erhältlich. Lassen Sie sich beraten. Magnesiumcitrat eignet sich zum Beispiel sehr gut für nach dem Sport (kann bei gewissen Menschen jedoch abführend wirken) und Magnesium(bis)glycinat erleichtert das Einschlafen durch seinen entspannenden und schlaffördernden Effekt.

Falls man das orale Magnesium nicht gut aufnehmen kann (Darmstörung etc.), ist das transdermale Magnesium, welches man über die Haut aufnimmt** eine sehr gute Lösung.

Kontraindikation

Für eine gesunde Person hat selbst eine Überdosierung keinen Nebeneffekt, ausser einen weichen Stuhl. Dies ist ein körpereigener Mechanismus, um die überschüssige Menge abzubauen. Bei Personen mit Niedererkrankungen (Insuffizienz) oder anderen gesundheitlichen Problemen besprechen Sie eine Magnesiumeinnahme bitte vorgängig mit ihrem Arzt.

 

* Dies sind übrigens alles Symptome, die auch auf eine hohe Elektrosmogbelastung deuten könnten, v.a. wenn man auch nachts exponiert ist. Dies führt zu Anspannungen, was z.T. mit Magnesium gelindert werden kann. Lesen Sie in unserem Artikel: Wie gefährlich ist Elektrosmog wirklich? die Ausführungen bez. “Kein Elektrosmog im Schlafzimmer!”.

 

** Bäder aus Bittersalz (auch als Magnesium Sulfat, Epsomit, Epsom Salz oder MgSO4 bekannt) oder Magnesiumchlorid helfen die Magnesiumvorräte wieder aufzufüllen, wenn man dieses z.B. oral nicht gut aufnehmen kann oder nach dem Training. Es ist ein beliebtes Mittel in Cremes und Hautpflegeprodukten und wird sogar bei Schuppenflechte angewendet. Anwendung: Menge nach Packungsanweisung in voller Badewanne mischen und mind. 20 Minuten darin entspannen (keine anderen Dusch- oder Badezusätze beifügen). Nach dem Baden die Haut weder mit Wasser abspülen noch eincremen. Am besten genug danach trinken und entspannen. Optional: Wenn man dem Magnesiumwasser ein paar Tropfen ätherische Öle beimischt (bitte immer höchste Qualität kaufen!), kriegt man einen zusätzlichen Wellnesseffekt (z.B. Lavendelöl entspannt und beruhigt ebenfalls). Als Detox-Bad: Nach Bedarf kann man das Bad mit Natron (1 bis 2 Tassen) anreichern um den Entgiftungseffekt ankurbeln. Das basische Natron neutralisiert die Säuren und hilft diese über die Haut auszuleiten. Die pilzhemmende Eigenschaft von Natron unterstützt das Immunsystem. Um den entgiftenden Effekt zu verstärken, kann man etwas Heilerde ins Badwasser geben und vorher einen selbstgemachten Ingwer-Tee trinken. Bittersalz, Magnesiumchlorid und Natron sind normalerweise in Apotheken oder über das Internet (z.B. www.kaia.ch) erhältlich.
Eine andere Möglichkeit, das Magnesium transdermal (also über die Haut) zuzuführen ist das flüssige Magnesium Chlorid als Magnesium Sole Lösung, welches man direkt auf die Haut aufträgt. Manchmal kann es aber die Haut reizen (Juckreiz) und muss vor dem Auftragen mit einem Trägeröl (Kokos, Jojoba, Argan, Nachtkerze) verdünnt werden. Gewisse Leute mögen die klebrige Konsistenz auf der Haut nicht. Aber als lokale Anwendung (z.B. bei Nackenverspannungen etc.) ist es aber eine gute Lösung.

 

> Dr. Mercola: Magnesium Deficiency Raises Your Risk of Many Chronic Ailments and Premature Death11 Most Common Nutrient Deficiencies

 

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